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Marko Nikodijevics „ketamin/schwarz“ erlebt Uraufführung bei den Donaueschinger Musiktagen

Donaueschinger Musiktage Nikodijevic

Im Auftrag des Südwestrundfunks hat der in Serbien geborene Komponist Marko Nikodijevic ein Werk mit dem Titel „ketamin/schwarz“ für ein Ensemble von 7 Spielern und Electronica komponiert.

Im Rahmen der Donaueschinger Musiktage wird das Ensemble Ascolta und Experimentalstudio des SWR das Auftragswerk am 21. Oktober 2012 in den Donauhallen unter der Leitung von Johannes Kalitzke zur Uraufführung bringen.

Der Komponist äußert sich zu seinem neuen Stück:

„Friedrich Nietzsche schreibt: »Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.«. Die Einnahme großer Mengen eines dissoziativen Anästhetikums wie Ketamin verursacht OBE- (out of body experience) und NDE- (near death experience) ähnliche Zustände, begleitet von Gefühlen starker Derealisierung, Depersonalisierung und Halluzinationen. Der Benutzer ist gefangen im Zustand der Loslösung von seiner physischen Präsenz. Die Sinne sind verzerrt, Objekte scheinen sich näher oder weiter weg zu bewegen, weshalb die Benutzer ihre Augen auf einen Punkt fixieren, ängstlich ihren Blick abzuwenden suchen, da die Verzerrungen extrem desorientierend wirken. Die Kombination dieser Effekte ruft das Gefühl hervor, sich in einem gefrorenen Zustand zu befinden - gefangen in einem Loch, dem sogenannten ‚K-hole’.
Das vorliegende Stück ist die Dokumentation einer Erfahrung, gefertigt nach bestem Wissen und Gewissen.
Akustisches Material tritt dabei in Erscheinung: Zwei mongolische Gesänge, erschütternd, als ob sie die Wüste selbst singen würde. Gary Berger hat mich dankenswerterweise mit diesen Aufnahmen bekannt gemacht und sie mir zur Verfügung gestellt. Die Aufnahmen wurden vielfach manipuliert, gedehnt und gestaucht, gebrochen und ineinander verschachtelt, fraktalisiert, gleichsam in einen Abgrund driftend. Meine Komposition umschreibt die Ränder der akustischen Wirklichkeit dieser Musik, ahmt die gleichen physischen Prozesse der Klangerzeugung nach. Statt ein Kontrapunkt zu werden, errichtet sie sich wie eine Schutzmauer um die originale und bearbeitete Aufnahme der beiden Gesänge. Zwei Räume greifen ineinander, sich ins Endlose ausdehnend.
Das Stück ist für das ‚Ensemble ascolta’ in Dankbarkeit und Zuneigung geschrieben.“

21. Oktober 2012
Donaueschingen
Donauhallen, Mozart Saal, 11 Uhr
Uraufführung: Marko Nikodijevic,
„ketamin/schwarz“ für ein Ensemble von 7 Spielern und Electronica
Ensemble Ascolta und Experimentalstudio des SWR
Johannes Kalitzke (Leitung)

 

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