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Dmitri Schostakowitschs Opernfragment „Orango“ ersteingespielt

Dmitri Schostakowitschs Swing geprägtes „Orango“-Fragment mache beste Laune, titelte die Süddeutsche Zeitung in einem lesenswerten Beitrag über die Ersteinspielung seines frühen Opernfragmentes bei der Deutschen Grammophon am 3. September 2012. Hintergrund dieser Neuerscheinung, die derzeit zu den heißbegehrten CD-Novitäten vor allem für Schostakowitsch-Freunde zählt, ist ein in Moskau aufgefundenes, frühes Manuskript des großen russischen Komponisten. Es handelt sich dabei um Teile einer komischen Oper, deren Existenz bislang völlig unbekannt gewesen war. Entstanden waren die Skizzen zum Bühnenwerk „Orango“ im Jahr 1932. Das Sujet geht auf einen Stoff des russischen Science-Fiction-Autors Alexei Tolstoi zurück und handelt von einem fantastischen Wesen – halb Affe, halb Mensch –, das aus Versuchen in sowjetischen Laboren hervorgegangen ist.

Im ersten Akt der Oper wird Orango der Öffentlichkeit präsentiert und erweist sich als überzeugender Redner, der seine Ausführungen allerdings immer wieder durch Affenschreie unterbricht. Wenn Schostakowitsch das Werk vollendet hätte, wäre Orango laut Libretto am Ende der Oper zum Generalsekretär der kommnunistischen Partei avanciert. Dieser kühne Entwurf war vielleicht ein Grund dafür, dass Schostakowitsch die Arbeit an dieser Oper ruhen ließ und das Manuskript in Vergessenheit geriet.

Das Notenmaterial zu „Orango“ wurde bereits 2006 im Moskauer Schostakowitsch-Archiv von der Archivarin Olga Digonskaïa gefunden. Vor kurzem hat die gleiche Mitarbeiterin nun auch das vollständige Libretto ausfindig gemacht. Danach arbeitete der Musikwissenschaftler Gerard McBurney an der Rekonstruktion einer Aufführungspartitur.

Kein Geringerer als Esa-Pekka Salonen hat mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra das Werk nun zur Ersteinspielung gebracht. Michael Stallknecht schreibt in der Süddeutschen Zeitung darüber u.a.: „(...) Das hört sich nicht nur lustig an, auch die Musik dazu macht beste Laune. (...) Das wiederaufgefundene Fragment lebt von sanftem Schlagzeugswing, Bläserakkorden im Offbeat, gut geölten Trompeten und manch süßer Geigenlinie.“

 

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