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„Serenade for a Melancholic Sea“: Russische Erstaufführung von Lera Auerbachs Konzertwerk

Krasnojarsk SO

In der sibirischen Stadt Krasnojarsk erlebt das 2002 vollendete Werk „Serenade for a Melancholic Sea“ von Lera Auerbach am 22. September 2012 seine russische Erstaufführung. Es spielen u.a. Hugo Ticciati (Violine) und das Sinfonieorchester Krasnojarsk unter der Leitung des jungen russischen Dirigenten Mark Kadin.

Das Gidon Kremer gewidmete konzertante Orchesterwerk wurde 2002 in Kanazawa (Japan) durch Michael Dauth (Violine), Marta Sudraba (Violoncello), Andrius Zlabys (Klavier) und das Orchesterensemble Kanazawa unter der Leitung von Hiroyuki Iwaki uraufgeführt.

Lera Auerbach zu ihrem Werk:

„Das Werk entstand auf Anregung von Gidon Kremer, dem es auch gewidmet ist. Es ist eine Auftragskomposition des Ensemble Kanazawa.

Im Gedenken an Toru Takemitsu geschrieben, enthält das Tonmaterial der Serenade sowohl Torus als auch Gidons Monogramm. Auch Takemitsus ‚See-Motiv’ Es (S) – E – A ist präsent. So begegnen sich Gidon und Toru symbolisch in der raum- und zeitlosen See der Musik erneut. Das vielleicht größte Mysterium musikalischer Interpretation ergibt sich dann, wenn Komponist, Musiker und Zuhörer in einem Augenblick zusammenkommen, in dem Zukunft und Vergangenheit einander begegnen und an dieser Schnittstelle zur Gegenwart werden.

In diesem Stück spielen Orchester und Solisten sehr unterschiedliche Rollen. Der Orchestersatz ist bei aller Zartheit komplex. Bei der Konzeption des Werkes stellte ich mir ein Gemälde vor, das aus der Entfernung den Eindruck einer einfarbig bemalten Leinwand erweckt – bei näherer Betrachtung entdeckt man jedoch differenzierte feine Pinselstriche: ein polyphonisches Gemälde. Das Streichorchester ist in 23 selbständige Stimmen aufgeteilt, die jede für sich eine andere Perspektive zu dem steten Wechsel des Farbenspiels beitragen. Vor diesem ruhigen und gleichzeitig vielschichtigen Hintergrund erscheinen die Protagonisten Violine, Violoncello und Klavier als eigenständige Figuren in einem weiten, offenen Raum.“

22. September 2012
Krasnojarsk
Philharmonie, 20 Uhr
Russische Erstaufführung: Lera Auerbach,
„Serenade for a Melancholic Sea“ für Violine, Violoncello, Klavier und Streicher
u.a. Hugo Ticciati (Violine)
Sinfonieorchester Krasnojarsk
Mark Kadin (Leitung)

 

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