Komponistensuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

Repertoiresuche

Katalogsuche

Lin Yangs „Der Schatten nimmt Abschied“ auf NDR Kultur

NDR Kultur

Die Sendung „neue musik“ auf NDR Kultur widmet sich am 27. Juni 2012 (ab 21’18 Uhr) dem Thema „Neue Musik von asiatischen Komponistinnen“. Zur Sendung kommt hier auch das Stück „Der Schatten nimmt Abschied“ für Ensemble von Lin Yang (oder in chin. Reihenfolge YANG Lin).

Viele komponierende Frauen repräsentieren in asiatischen Ländern wichtige Strömungen der Neuen Musik. „China“ ist in diesem Sommer auch der Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Lin Yang wurde 1982 in Peking geboren. Von 2001 bis 2006 studierte sie, ermöglicht durch zwei Stipendien, am Zentralen Konservatorium bei Prof. Guoping Jia Komposition und Neue-Musik-Analyse. Im Juli 2006 absolvierte sie dort das Bachelor-Examen und studiert seit 2007 nun auch noch bei Cornelius Schwehr in Freiburg.

In ihren Werken spielt die Suche nach dem Klang und seinem Ursprung, das Experimentieren mit Klangfarben und Geräuschen ebenso wie kontrapunktische Techniken und zarte lyrische Stimmungen eine wichtige Rolle. 2010 fand im Rahmen der Münchener Biennale die Uraufführung ihres Orchesterwerks „Rasendes Adagio“ mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer statt. Im November 2010 dann wurde in Hamburg ihr erstes Streichquartett mit dem Titel „In diesem Augenblick“ vom Amaryllis Quartett uraufgeführt. Ein Jahr zuvor hatte die Komponistin einen Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung erhalten.

Lin Yangs Stück „Der Schatten nimmt Abschied“ für Flöte, Violine, Violoncello, Vibraphon, Triangel und Klavier aus dem Jahr 2004 geht auf einen Prosatext des chinesischen Schriftstellers Lu Xun zurück. Die Komponistin möchte die in diesem Text auftretenden Begriffe des Verschwindens und des Verlassens musikalisch umsetzen und auch mit autobiografischen Bezügen ihrer eigenen Emigration verbinden. Eine Reihe, die aus sechs Tönen besteht und sowohl punktuell als auch linienförmig organisiert wird, stellt das musikalische Ausgangsmaterial dar. Sowohl die ständigen strukturellen Veränderungen, die von einem Zustand in den nächsten führen, als auch die weichen Klangfarben stehen für die subtilen und sensiblen Metamorphosen der inneren Verfassung. „Weit weg gehen, ganz allein, in eine Finsternis, von der nicht nur du ausgeschlossen wärst, sondern auch andere Schatten“, schreibt Lu Xun in dem zu Grunde liegenden Text. „Nur ich allein werde in dieser Finsternis versinken. Jene Welt wird allein mir gehören.“

Bei uns ist dieses Werk auch als Druckausgabe erschienen (SIK 8564). 


» Zeige alle News