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Viktor Suslin wird 70

Am 13. Juni 2012 feiert der russische, heute in der Nähe von Hamburg lebende Komponist Viktor Suslin seinen 70. Geburtstag.

Suslin wurde 1942 in Miass (Ural) geboren. Von 1950 bis 1961 besuchte er die Musikschule in Charkow in den Fächern Klavier (Wsewolod Topilin), Komposition und Musiktheorie. Von 1962 bis 1966 studierte er Komposition (bei Nikolai Pejko) und Klavier (bei Anatoli Wedernikow) am Moskauer Gnessin-Institut. Zusammen mit den Komponisten Wjatscheslaw Artjomow und Sofia Gubaidulina gründete Suslin 1975 die Improvisationsgruppe Astreja. Seit 1979 kam es mehrfach zu Aufführungen seiner Werke im Westen. Mittlerweile ist er regelmäßig bei allen wichtigen internationalen Musikfestivals vertreten. 1981 emigrierte Suslin mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. Hier lebt er heute als Verlagslektor und Lübecker Hochschuldozent in der Nähe von Hamburg. Seit 2007 leitet Suslin den Belaieff-Verlag.

Suslin wurde zweimal mit dem Ersten Diplom des Sowjetischen Allunionswettberwerbes für junge Komponisten ausgezeichnet (1961 und 1969), im Jahr 1990 erhielt er den Kulturpreis des Kreises Pinneberg.

Suslin begann bereits vor seinem Studium mit der Komposition von zwölftönigen Klaviersonaten, wobei er sich Satzregeln mangels anderer Quellen im Roman „Doktor Faustus“ von Thomas Mann ableitete. Während des Studiums wurden die ursprünglichen Vorbilder (z.B. Prokofjew) allmählich durch den späten Strawinsky sowie durch Webern und Messiaen abgelöst. Schon vorher trat er mit anderen Moskauer Modernisten (Denissow, Gubaidulina, Herschkowitsch und Schnittke) in Verbindung und bemühte sich, die Zwölftontechnik individuell zu gestalten (spezifische Schichtentechnik mit Dur- und Moll-Dreiklängen).

Ein wichtiges Erlebnis war die Begegnung mit dem Werk Richard Wagners (Suslin hatte als Redakteur die russische Erstausgabe der Bühnenwerke Wagners zu betreuen). Nachdem er sich schon in den sechziger Jahren mit westlicher Avantgarde beschäftigt hatte, wuchs später sein Interesse an älteren Musikstilen (italienische und französische Renaissance). Anfang der siebziger Jahre fand er zu seiner eigenen Musiksprache.

 

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