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DAS KALKWERK. Oper in 9 Szenen nach einem Roman
von Thomas Bernhard und anderen Texten

Komponist: Schneider, Stephan Marc
Textdichter: Berhard, Thomas
Spieldauer: 70:00
Opus/Jahr: (1998 )
Gattung: Oper

Inhalt:

In der Nacht des Heiligen Abends erschießt Konrad die durch ihre Krankheit an einen Spezialsessel gefesselte Konrädin mit einem Gewehr.
Wieser, Fro und die Versicherungsagentin spekulieren über die Motive von Konrads Bluttat und über Details aus dem Leben des merkwürdigen Paares. Während die schöne, verkrüppelte Konrädin seit vielen Jahren ganz auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen ist, hat Konrad ein einziges Ziel vor Augen: Er will seine in jahrelanger Vorbereitungsarbeit gereifte wissenschaftliche Studie über das Gehör endlich zu Papier bringen. Bislang war er vom nicht nachlassenden Reisefieber der Konrädin, welches das Paar von Ort zu Ort trieb, davon abgehalten worden, doch der Rückzug ins einsame Kalkwerk soll endlich die ersehnte
Konzentration ermöglichen.
Eine Rückblende zeigt Konrad im Arbeitszimmer des Kalkwerks beim Versuch, seine Arbeit niederzuschreiben, doch seine Arbeit wird immer wieder gestört. Zunächst erschallt der Lärm von Höllers Holzhacken auf dem Hof, dann erscheint der Baurat zu einem seiner unsinnig zeitraubenden Besuchen. Konrad und Konrädin terrorisieren einander ohne Unterlass: Er quält sie mit in sadistischer Pedanterie durchgeführten Linguistikexperimenten. Sie hält ihn zu jeder Stunde des Tages mit ihren Wünschen und Bedürfnissen in Atem. Im Traum gelingt es Konrad unter allergrößten Mühen, seine Studie niederzuschreiben. Er sieht sich selbst ohnmächtig vor Erschöpfung über der vollendeten Arbeit schlummern, als sich die Tür öffnet und seine Frau ins Zimmer tritt: Die Konrädin, gesund, jung und beweglich wie einst, ist über die heimliche Fertigstellung der Studie empört und wirft das Manuskript in die Flammen des Ofens. Verzweifelt beginnt Konrad, das Kalkwerk schwarz anzustreichen. Nach siebentägiger Anstrengung ist alles schwarz – auch das Zimmer der Konrädin und die Kranke selbst in ihrem Stuhl. Nach getaner Arbeit stürzt sich Konrad in einen Abgrund.
Erneut diskutieren Wieser, Fro und die Versicherungsagentin rückblickend Einzelheiten der Tragödie: Konrads ausweglose Geldnot, die geschmacklose Zimmereinrichtung der Konrädin und die Umstände der Auffindung seiner Leiche nach zweitägiger Suche.
Bei einem seiner Besuche in der Bank ist Konrad die Zwangsversteigerung des Kalkwerks angekündigt worden.
Zuhause vertieft er sich in Lektüre, während seine Frau strickend in ihrem Krankensessel ruht. In langen, verworrenen Monologen raisoniert er über die Glücksgefühle, die ihm wissenschaftliche Erkenntnisse schenken. Im kalt und dunkel werdenden Zimmer beklagt sie die an seine sinnlose, nie vollendete Arbeit vergeudeten Jahre und verlangt ihr Abendessen. Verzweifelt umarmen Konrad und Konrädin einander, und draußen hört man Höller, der wieder beginnt, Holz zu hacken.

Mietmaterial:

Zu diesem Werk ist Mietmaterial vorhanden, bitte kontaktieren Sie unsere Orchesterabteilung.