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Die 5. Sinfonie von Jean Sibelius mit dem Residentie Orkest in Hamburg

Am 2. November gastierte das berühmte Residentie Orkest Den Haag, mit seinem Chefdirigenten Neeme Järvi und dem Cellisten Mischa Maisky in der Hamburger Laeiszhalle. Auf dem Programm standen unter anderem die 5. Sinfonie Es-Dur und das Andante festivo von Jean Sibelius. Die Tageszeitung DIE WELT schreibt dazu:

Die beiden baltischen Künstler Neeme Järvi und Mischa Maisky sind seit Jahrzehnten wahre Ikonen der Klassikszene. Dass sie am Mittwoch nun einmal gemeinsam mit Järvis niederländischem Vorzeigeensemble, dem Residentie Orkest Den Haag, in der Musikhalle bei Pro Arte auftraten, erwies sich als Publikumsmagnet. Maestro Järvi, dessen Söhne Paavo und Kristjan selbst das Dirigentenhandwerk ergriffen haben und völlig unanhängig vom Vater eigene Stile und Genres vertreten, denkt überhaupt nicht ans Kürzertreten. 2013/14 wird der 74-jährige neben seinen Aufgaben in Den Haag nun auch noch Chefdirigent beim Orchestre de la Suisse Romande in Genf. (...)
Keine Schärfen im Klangbild und kaum Aggressivität ließ der estnische Dirigent trotz der vielen unvermittelten Brüche in der 5. Sinfonie Es-Dur von Jean Sibelius zu. Das Werk mit der gewaltigen Hymne am Ende und den nicht enden wollenden Schlussakkorden, die durch ganze Taktpausen voneinander getrennt sind, um schließlich mit einem lapidaren Tonikaschlag ausgelöscht zu werden, ist das mit Abstand radikalste Werk des finnischen Sinfonikers. Es ist eine Musik, die sich dem unmittelbaren Zugang verweigert, eine Musik, die Sibelius selbst mit „klarem, kalten Wasser“ verglichen hatte. Was schon rätselhaft in der Anlage der Fünften ist, machte Järvi mit kontrastreichen Registerwechseln noch rätselhafter. Immer wieder türmen sich bedrohliche Bläserblöcke von drei Posaunen und drei Trompeten im Hintergrund auf. Den Schluss dann bestimmt weniger ein griffiges Thema als eine schwingende melodische Bewegung, die zu einer ekstatischen Steigerung ausgebaut wird. Klar, dass auch Järvi nicht auf eine Zugabe verzichten wollte und das etwas freundlichere „Andante festivo“ von Sibelius lieferte.“
(DIE WELT, 04.11.2011)

 

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