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„Das ganz normale Leben“: Uraufführung von Moritz Eggerts Orchesterwerk in Kaiserslautern

Deutsche Radio Philharmonie

Moritz Eggerts neues Werk „Das ganz normale Leben“ für Performer-Gruppe, Schlagzeugensemble und großes Orchester entstand als ein Kompositionsauftrag von Spektrum Villa Musica im Rahmen des Netzwerks Neue Musik, eine groß angelegte Fördermaßnahme der Kulturstiftung des Bundes, für ein Projekt der AG Neue Musik Grünstadt. Das Stück ist für eine unbestimmte Anzahl von jugendlichen Mitwirkenden konzipiert, bei denen es sich nicht um Profimusiker handeln muss. Diese sind in zwei Gruppen eingeteilt: „Extraschlagzeug“ (diverse ungewöhnliche Schlaginstrumente) und „Performer“ (hauptsächlich szenische Aktionen). Zusammen mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken unter Leitung von Roland Böer kommt das Stück am 10. November 2011 in Kaiserslautern zur Uraufführung.

„Das ganz normale Leben“ sei allerdings kein Education-Projekt, sondern ein gleichwertiges Miteinander, gibt der Komponist zu bedenken. Die Jugendlichen übernehmen Extraschlagzeug und Performance – auf der Bühne werden Spiegeleier gebraten, es wird geboxt, Fahrrad gefahren, telefoniert, auf einem Trampolin gesprungen, gerannt, gestritten, gesungen, geschrien. Mittels speziell für das Stück programmierter iPhone-Apps werden zudem Orchesterklänge live durch Bewegungen verändert. Die Jugendlichen betätigen sich zudem als Klangdetektive – sämtliche im Stück vorkommenden Originalgeräusche (z.B. Autobahnen, Stadtleben, Fußballstadien, Werbesendungen aus dem Fernsehen usw.) sind von ihnen selber ausgesucht und aufgenommen worden.

Es ist „ein Stück über den Alltag, sicherlich auch von der Intention her verwandt mit meinem aktuellen Opernprojekt ‚All diese Tage’, in dem es um Alltagsbeschreibungen von Jugendlichen geht,“ kommentiert Eggert. „Neue Musik beschäftigt sich sicherlich zu wenig mit dem ‚normalen’ Leben, das so normal nie ist, zu keiner Zeit, weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Alltag ist eine Konstruktion, mit der wir die Realität in den Griff bekommen. Das Stück bezieht seine Spannung aus der Konfrontation von Alltäglichem und Nichtalltäglichem (einem klassischen Orchester), dabei entsteht gleichzeitig der Versuch, eine neue, formal klar strukturierte musikalische Ästhetik und Sprache zu definieren, die die intellektuellen Sackgassen der Avantgarde und Postmoderne meidet. Musik kann Alltag nicht abbilden, aber sie kann zeigen, wie sich dieser Alltag anfühlt, um nicht mehr und nicht weniger geht es. Dabei ist auch die ironische Übertreibung und Überhöhung ein adäquates Mittel, um die Leere und Traurigkeit, die sich hinter der Hyperaktivität unserer Zeit verbirgt, zum Vorschein zu bringen.“

10. November 2011
Kaiserslautern
Fruchthalle, 13 Uhr
Uraufführung: Moritz Eggert,
„Das ganz normale Leben“ für Performer-Gruppe, Schlagzeugensemble und großes Orchester
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Leitung: Roland Böer
- Auftragswerk des Leininger Gymnasiums Grünstadt und der Deutschen Radio Philharmonie -

 

Fotorechte: Fruchthalle Kaiserslautern

 

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