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Presse zu Peter Ruzickas AULODIE in Salzau und in Berlin

Am 5. August 2011 erfuhr Peter Ruzickas AULODIE im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Salzau durch den Oboisten Albrecht Mayer und das SHMF-Orchester seine Uraufführung. Einen Tag später kam das Werk im Berliner Konzerthaus zu einer Folgeaufführung.

Zur Urauffühurng im Rahmen des SHMF 2011 schrieb Lutz Lesle in der WELT:

"Statt zu zaudern und sich lyrisch zu vergittern, öffnet sich die Musik für Oboe und Kammerorchester - am Wochenende unter seiner Leitung in der Konzertscheune Salzau und im Rolf-Liebermann-Studio des NDR mit dem Solisten Albrecht Mayer und dem Schleswig-Holstein Festival Orchester uraufgeführt - gleich dem beredten Melos des Solobläsers. Später erst gerät sie ins Stocken, wenn dumpfe Trommelschläge mythisches Ungemach andeuten. "Auliade" - der Titel des Konzerts, das im Auftrag des SHMF entstand - ist abgeleitet von dem schalmeiartigen Blasinstrument der alten Griechen. Zu Hochzeitsgesängen, Opferfeiern, Totenklagen, Waffentänzen und wilden Satyrspielen, aber auch zur Weinlese ertönte sein scharfer Klang, dem man sogar heilende Wirkung zusprach. Der Aulos-Gesang, wie man den Titel übersetzen könnte, öffnet also einen facettenreichen Anspielungsraum. Der Komponist misst ihn in sieben Klangszenen aus, in denen Schlagzeug, Klavier, Celesta und Harfe ein wohlgesetztes Wörtchen mitreden. Jeder Szene vorangestellt ist ein selbstähnliches Klang-Initial, das - einer jeweils anderen Erzählsituation und Gefühlssphäre ausgesetzt - unterschiedlichste musikalische Konsequenzen zeitigt. Die Szenerie wechselt von panischen und faunischen zu elegischen und bukolisch träumerischen Episoden. Für letztere vertauscht der Solist sein Hauptinstrument mit der Oboe d'amore. Einen besseren Taufpaten als den Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker hätte Ruzicka für sein anrührendes Tongedicht nicht finden können. Und eine hingebungsvollere Musikergilde als das jugendfrische Festivalorchester auch nicht."

In der Berliner Morgenpost vom 8. August schrieb Klaus Geitel darüber:

„Es wurde klar, was Straussens ‚Metamorphosen’ an erster Programmstelle zu suchen hatte. Peter Ruzicka ließ ihm seine am Vorabend frisch uraufgeführte AULODIE für Oboe und Kammerorchester folgen und hatte für ihren Vortrag den philharmonischen Oboen-Großmeister Albrecht Mayer gewonnen. Einen besseren hätte er auch nicht wählen können, Mayer blies das gerade durch seine zeichnerische Klarheit höchst anspruchsvolle Werk mit wunderbarer Autorität und wurde umgehend dafür belohnt. Höhepunkt des Abends wurde Ruzickas neuestes, ganz in sich versunkenes Werk. Es gleicht in seinen sieben ‚Szenen’ einer Kette zuhöchst sensibler Selbstbespiegelungen, die indessen alle formalen Reize des Musikmachens nutzen. Ruzicka ist immer verstandeshell und dezent gefühlvoll zugleich. Er kehrt sein Inneres nie unverrätselt nach Außen. Unterschlägt es aber auch keinen Takt lang. Er liefert in der AULODIE - was im Titel auf den Gesang mit einer Aulos-Begleitung im antiken Griechenland anspielt - einen Seelenbericht neuester Bau- und Lesart. Ein Meisterwerk.“

 

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