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Begeisterte Rezension zur Uraufführung von Marius Felix Langes „Schneewittchen“ in Köln

Am 21. April 2011 erlebte Marius Felix Langes neue Kinderoper „Schneewittchen“ ihre Uraufführung an der Kinderoper Köln.

Im Kölner „Stadtanzeiger“ vom 23.4.2011 beschreibt Marianne Kierspel das Ereignis mit folgenden Worten:

„Das Oval im Alten Pfandhaus lockt als Märchenland mit sieben Bergen. Hier spielt ‚Schneewittchen’, eine phantastische Kinderoper mit Komik, Poesie und Tiefgang. Der Berliner Marius Felix Lange, der 2004 den ersten (und bisher einzigen) Kölner Kompositionswettbewerb für Kinderopern mit ‚Das Opernschiff’ gewann, hat jetzt ‚Schneewittchen’ im Auftrag der Kinderoper komponiert und das Libretto frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm verfasst.
Die Gäste, zur Uraufführung mehr Erwachsene als Kinder, betreten ein kuschelig-grünes Tal. Wenn es zum Königsgemach wird, sitzt die schöne, aber böse Königin im Sessel, ihr gegenüber ihr perfektes, älteres Ebenbild, der um Wahrhaftigkeit ringende Spiegel. Sie sind hier die Gegenspieler: Sandra Janke, eitel, mit Königssopran, und der Spiegel Werner Sindemann, Bariton, Erzähler und Liebling der Kinder. Viel komisches Personal umgibt sie, Tiere, Hofschranzen, teils hünenhafte, tollpatschige Zwerge. Bilder und Kostüme (Conrad Moritz Reinhardt und Elisabeth Vogetseder) verzaubern, von den Puppenstuben bis zur schrägen metallicgrünen Frisur von Königin und Spiegel.
Die eitle Frau lässt sich von einem Kosmetikhändler ansülzen — aktuelle Anspielung auf Geschäfte mit Schönheit. Sie plant, ihre ‚tausendmal schönere’ Stieftochter (jung, zart: Ji-Hyun An) aus der Welt zu schaffen. Das aber misslingt, wie jedes Kind Weiß. Ein Prinz kommt daher und wirft sich mächtig ins Zeug für das schöne Schneewittchen.
Elens Tzavara hat die Oper konzentriert inszeniert, für Kinder verständlich und oft lustig, mit Zusatzwitz für Erwachsene. Nichts wirkt verzettelt oder spitzfindig. Schließlich spricht das Märchen große Gefühle an, Existenzangst, Neid, Zorn, Freundschaft.
Das hat offenbar auch den Komponisten inspiriert. Die Musik klingt, neu, reich an Rhythmen und Farben. Der dichte Satz wird lichter, wo bedeutsame Dialoge Raum brauchen. Ein Dutzend Gürzenich-Musiker, geleitet von Samuel Hogarth, spielen mit. Sie klagen mit dem Jäger (Yong Doo Park), der Schneewittchen nicht töten will. Sie verstellen sich wie die Königin mit ihrem vergifteten Apfel. Oder sie stottern mit dein Spiegel, der sich schwer tut, der Mächtigen die Wahrheit zu sagen.
Dieses Kölner ‚Schneewittchen’ ist ein prächtiges Geschenk zum 15. Geburtstag der Kinderoper.“

 

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