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Kaija Saariaho gewinnt Klassik-Grammy für „L’amour de loin“

Grammy

Einer der begehrtesten Grammys für Klassische Musik ist in der Nacht zum Montag an die finnische Komponistin Kaija Saariaho und Interpreten aus Berlin gegangen. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und der Rundfunkchor Berlin gewannen die Auszeichnung für die beste Opernaufnahme. Die US-Plattenindustrie ehrte die Produktion „L'Amour De Loin“ von Saariaho unter der Leitung des amerikanischen Dirigenten Kent Nagano. Die Berliner setzten sich unter anderen gegen das Orchester des Royal Opera Houses in London und das BBC National Orchestra von Wales durch.

Die erste Oper der finnischen Komponistin Kaija Saariaho, "L'amour de loin", ist ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und wurde am 15. August 2000 im Rahmen der Salzburger Festspiele uraufgeführt.

Das französischsprachige Libretto verfasste der libanesische, in Paris lebende Schriftsteller Amin Maalouf. Die Opernhandlung basiert auf „La vida breve“ des Troubadours Jaufré Rudel aus dem 12. Jahrhundert. Eine märchenhafte und tragische Liebe steht im Mittelpunkt: Allein vom Hörensagen berauscht, durch die immer wieder neuen Berichte eines Pilgers angeregt, verliebt sich der spätmittelalterliche Troubadour Jaufré Rudel in die ferne Gräfin von Tripolis, Clémence. Ohne sie jemals gesehen zu haben, besingt er ihre Schönheit und Tugend in zahlreichen Liedern. Durch die Vermittlung des Pilgers kommen diese Lieder der Gräfin zu Ohren, allerdings ohne die Zustimmung des Sängers, und sie verfällt nun ihrerseits ins Träumen. Beide haben jedoch Angst vor einer Begegnung, weil sich ihre Träume und Sehnsüchte in der Realität zerstören könnten. Rudel überwindet sich schließlich, weil er, wenn die Gräfin seine Lieder schon zu hören bekommen hat, sie wenigstens selbst vortragen will, und macht sich mit dem Pilger auf den weiten Weg nach Tripolis. Auf dem Weg wird er schwerkrank; als er am Ende schließlich in die Arme seiner Geliebten sinken kann, stirbt er. Clémence entsagt daraufhin der Welt und geht ins Kloster.

Kaija Saariaho sagte einmal zu dieser Geschichte: „Sie faszinierte mich sofort. Sie war das, was ich suchte, ein Märchen über Liebe und Tod, einfach und linear. Ich suchte nichts Dramatisches, nichts mit großen Eifersuchtsausbrüchen. Und schließlich fühlte ich: Ich bin der Troubadour, der Musiker, und ich bin die Frau, die in einer fremden Kultur lebt.“
 

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