Komponistensuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

Repertoiresuche

Katalogsuche

Presse zu Peter Ruzickas neuem, Mahler gewidmeten Orchesterwerk „Einschreibung“

Das NDR Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach brachte am 10. Februar 2011 in der Hamburger Laeiszhalle Peter Ruzickas neues Orchesterwerk „Einschreibung“ zur Uraufführung.

Die Tageszeitung DIE WELT schreibt dazu in ihrer Ausgabe vom 12. Februar 2011:

„Manche Eindrücke gravieren sich in unser Gedächtnis ein wie klare, immer wieder abrufbare Schriftzeichen. Unlöschbar sind ihre Spuren in unser geistiges Tagebuch eingeschrieben und treten mit unseren eigenen Erfahrungen in einen regen Austausch. Wohl hatte der Komponist und ehemalige Intendant der Hamburgischen Staatsoper, Peter Ruzicka, dieses Bild vor Augen, als er Mitte letzten Jahres im Auftrag des NDR seine sechs, an Gustav Mahler angelehnten Orchesterstücke in Angriff nahm und sie schlicht ‚Einschreibung’ betitelte.
Am Donnerstag brachte das NDR Sinfonieorchester unter Leitung von Christoph Eschenbach in Ruzickas Beisein diesen faszinierenden Zyklus in der Laeiszhalle zur Uraufführung. Eng sei seine Werkfolge mit der ‚Erfahrung mahlerscher Musik’ verbunden, erklärt der Komponist. In Form von ‚momentweisen Näherungen’ strahlten diese impulshaft in die Klangrede seiner Stücke ein. ‚Einschreibung’ ist im Übrigen nur einer von Ruzickas Beiträgen zum 100. Todesjahr von Gustav Mahler: Am 11. Juli wird das Staatsorchester Stuttgart noch die Uraufführung von ‚MAHLER I BILD. Erinnerung für Orchester’ folgen lassen.
Die Zymbeln zu Beginn des ersten Stücks von ‚Einschreibung’ streuten ein gleißendes Licht aus, das unmittelbar von der Pauke und brummelnden Bässen durchsetzt wurde. Ruhige Klangflächen wurden von Orchesterausbrüchen attackiert, und die Bedrohung des scheinbar Idyllischen war wie auch bei Mahler stets gefährdet. Nach stürmischen Flötenwirbeln im zweiten Stück verselbstständigte sich ein Marschrhythmus, den auch Mahler in unterschiedlichsten Färbungen immer wieder herangezogen hatte, zu einer aggressiven Steigerung in der kleinen Trommel. Besonders apart klang das Rauschen im vierten Stück mittels einer Bürste, die ein Schlagzeuger auf dem Fellbezug seiner Trommel bewegte. Gut erkennbar waren die bruchstückhaften Anleihen aus den großen Sinfonien Mahlers, die Ruzicka wie Andeutungen zitierte, oder die Anklänge an Mahlers typische Gestik oder das Fernorchester, das der Zeitgenosse mit seiner eigenen, aus vielfach gebrochenen, gespiegelten und verfremdeten Klangflächen zusammengesetzten Sprache verband. (...)

 

» Zeige alle News