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Martin Grubinger brachte Schlagzeugkonzert „Conjurer“ von Corigliano zur Erstaufführung

Das NDR Sinfonieorchester und der österreichische Schlagzeuger Martin Grubinger brachten am 27. Januar 2011 das Schlagzeugkonzert „Conjurer“ des italo-amerikanischen Komponisten John Corigliano in Hamburg zur deutschen Erstaufführung. Im zweiten Teil leitete der Gastdirigent Philippe Jordan eine Auffüurng von Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 15 op. 141.

Die Tageszeitung DIE WELT kommentierte das Konzert in ihrer Ausgabe vom 29. Januar 2011 mit folgenden Worten:

„Man fragt sich schon, warum der russische Sinfoniker Dmitri Schostakowitsch nie auf die Idee gekommen ist, ein Schlagzeugkonzert zu schreiben. Selbst in seiner letzten Sinfonie, der fünfzehnten op. 141, die das NDR Sinfonieorchester unter der Leitung des Musikdirektors der Pariser Oper, Philippe Jordan, am Donnerstag in der Laeiszhalle spielte, sind mehr als ein Dutzend Schlaginstrumente besetzt. Bewegend gerieten die beiden großen Adagio-Sätze dieses Werkes, die zusammen mehr als doppelt so lang sind wie das lapidare Scherzo und das bizarre Allegretto zu Beginn. Mit den beiden Glockenspieltönen zu Beginn dieser rätselhaften Sinfonie, in der auch Rossini und Wagner zitiert werden, war der Anschluss an den ersten Teil des NDR-Konzertes geradezu perfekt. Der österreichische Schlagzeuger Martin Grubinger, Stammgast in den Abo-Konzerten dieses Orchesters und auch des Schleswig-Holstein Musik Festivals, war hier mit der deutschen Erstaufführung des Schlagzeugkonzertes ‚Conjurer’ (Zauberer) des italo-amerikanischen Komponisten John Corigliano vertreten.
Anders als die beiden Schlagzeugkonzerte des Amerikaners Avner Dorman, die Grubinger ebenfalls in Hamburg einmal vorgestellt hatte, ist Coriglianos dreisätziges Stück eine höchst transparente Klangstudie, bei der Grubinger blockweise zwischen hölzernen, metallenen und fellbezogenen Schlaginstrumenten wechseln musste. Oft war das Orchester ohne Holzbläser auf verhaltene Klangflächen reduziert, griff dann aber auch mal den rhythmischen Impuls zu wilden Ausbrüchen im Dialog mit dem Solisten auf. Der überaus sportlich, ja durchtrainiert wirkende Publikumsliebling Grubinger jonglierte mit vier überkreuz gehaltenen Schlegeln auf dem Xylophon oder musste an den Pauken diese auch noch in der Luft drehen, um nicht mit dem Filzkopf, sondern dem hölzernen Ende auf die Pauke zu hauen. Damit er zwischen seinem an die dreißig Instrumente umfassenden Ensemble genügend Zeit zum Wechsel hatte, hatte Corigliano orchestrale Brücken geschaffen. Ein wahres Trommelfeuer begleitete die Schlusscoda und nach dem letzten Schlag entglitten Grubinger gar die Schlegel und rollten über das Podium der Laeiszhalle.“ (DIE WELT, 29.01.2011)
 

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