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Arne Nordheims „Warszawa“ und Milko Kelemens „A Stuttgart Imagination“ auf NDR Kultur

Auf die Frage, inwieweit Neue Musik bildhaft sein könne, dürfe oder solle, antwortete der Komponist und Kompositionsprofessor Jan Müller-Wieland einmal: „Musik muss nichts müssen. Schubert meinte sinngemäß, Musik schildere die Tat in Kraft und Bild. Damit kann ich etwas anfangen, denn ich höre immer mit einer Unzahl von inneren Bildern. Es sind ständige Träume ohne Schlaf.“ Trotzdem gibt es neben Müller-Wieland selbst eine Vielzahl von Komponisten, die bestimmten Bildern und außermusikalischen Sujets Klänge widmen. In der „neuen musik“ auf NDR Kultur steht am Mittwoch, 17. November (ab 21`36“ Uhr), Musik der Gegenwart auf dem Programm, die bestimmte Kontinente, Länder und Orte zum Thema erhebt und die eigentlichen Inhalte oftmals stark abstrahiert.

Der 1931 im norwegischen Larvik geborene Arne Nordheim zum Beispiel hat nicht etwa einen Fjord seiner Heimat oder eine Region der norwegischen Polargrenze für seine Komposition gewählt, sondern die polnische Metropole Warschau. Und er verwendet kein klassisches Instrumentarium, sondern Elektronik. In vielen seiner Werke aus den 1960er Jahren griff Nordheim auf Tonbandexperimente und andere elektronische Effekte zurück. Sein Stück „Warszawa“ verbindet live erzeugte mit präparierten Klängen und stellt ein schwebendes, vieldeutiges Klangbild dar, das die Eindrücke des Komponisten wiedergibt, die er bei einem längeren Aufenthalt in der polnischen Hauptstadt empfing.

Der kroatische Komponist Milko Kelemen hingegen schrieb im Auftrag des Stuttgarter Kammerorchesters „A Stuttgart Imagination“, eine Art klingende Widmung an seine Wahlheimat Stuttgart. Stuttgart sei ihm quasi „auf den Leib geschrieben“ und er habe zwischen die musikalischen Teile kurze Begriffe eingeschaltet, die sich auf Stuttgart bezögen und von den Musikern deutlich artikuliert würden. So falle einmal der Begriff „Fontänen“, dann „Schlossgarten“ oder die Namen Hegel, Schiller oder Hölderlin, die mit der Stadt alle in Verbindung stünden, und schließlich die Weinsorten Trollinger, Riesling und Silvaner.

Ebenfalls zur Sendung kommt ein Werk des französischen Zeitgenossen Hugues Dufourt, der dem asiatischen Kontinent auf der Grundlage der Darstellung des Malers Tiepolo in der Würzburger Residenz ein Werk gewidmet hat.
 

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