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Jean Sibelius’ sinfonisches Vermächtnis in Hamburg

In einem Sonderkonzert eröffnete das NDR Sinfonieorchester Hamburg am 30. August in der Hamburger Laeiszhalle den Konzert- und Veranstaltungszyklus „Mahler in Hamburg 2010/11“. Hier erklangen neben Mahlers vokalsinfonischem Spätwerk „Das Lied von der Erde“ auch die letzte rätselhafte Sinfonie, die 7. Sinfonie, des Finnen Jean Sibelius. Die Tageszeitung DIE WELT kommentierte das Ereignis in ihrer Ausgabe vom 1. September unter der Schlagzeile „Aufbäumen gegen den übermächtigen Weltschmerz“ mit folgenden Worten:

„Die Sinfonie war für Jean Sibelius keine ‚Komposition’, sondern, wie er schrieb, eine Art ‚Glaubenbekenntnis in verschiedenen Zeitabschnitten meines Lebens’. Die Siebte und letzte Sinfonie des Finnen hat dabei vieles gemein mit Mahlers vokalsinfonischem Spätwerk ‚Das Lied von der Erde’, das das NDR Sinfonieorchester in der Musikhalle zur Eröffnung des Zyklus ‚Mahler in Hamburg 2010/11’ am Montag ebenfalls aufs Programm setzte.

Beides sind Werke der Resignation, die das Verneinende in letzter Konsequenz nicht zulassen wollen und einen Ausweg im Dialektischen suchen. Sibelius etwa durchbrach den formalen Rahmen der klassisch-romantischen Sinfonie, indem er an ihre Stelle eine einsätzige, vielfach gebrochene Sinfonie-Fantasie setzte. Der Erste Gastdirigent des NDR Sinfonieorchesters, Alan Gilbert, der seit letzter Spielzeit zudem Music Director des New York Philharmonic Orchestra ist, formte die Gegensätze zwischen ekstatisch-aggressiven Ausbrüchen und liedhaft-folkloristischer Glückseligkeit zu einem organischen Ganzen voller Schmelz, Intensität und Klangveredelung.

Plötzliche Abbrüche reißen auf wie Gletscherspalten, in die das ganze Orchester versinkt, woraufhin völlig unvermittelt ein neuer Abschnitt verkrampften Übermuts oder dunkler Wellenbewegungen anhebt. (...)“
DIE WELT, 01.09.2010

 

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