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Erste Reaktion zur Uraufführung von Müller-Wielands „Der kleine Ring“

Jan Müller-Wielands „Der kleine Ring“ feierte am 28. Juli 2010 in Regensburg seine Uraufführung. Eine erste Reaktion kommt von der Mittelbayerischen Zeitung in einem Konzertbericht von Gerhard Dietel:

„Nibelungen leicht gemacht: Ein Spiel voll Witz und Farbe“ (...) Aus den Nibelungen wurden im „Kleinen Ring“ Robotrolle mit Bildschirmen statt Köpfen.

Wo Richard Wagner für die Erzählung seines „Ring des Nibelungen“ volle vier Abende braucht, da reichen beim „Kleinen Ring“, der jetzt in Regensburg uraufgeführt wurde, 90 Minuten. An den Handlungssträngen des „Rheingold“ und des „Siegfried“ orientiert sich dessen Librettistin Birgit Müller-Wieland und vermeidet in ihrer kindgerechten „Märchen“-Version allzu Drastisches. (...) Ein Geist der Leichtigkeit trägt Birgit Müller-Wielands Fassung des Stoffs „für den Nachwuchs“, die zugleich in der technisierten Welt von heute ankommt, wenn Wagners Alberich zum roboterhaften Troll „Alpha-Strich“ mutiert. (...) Die vom Publikum im Regensburger Stadttheater anhaltend beklatschte Premiere des „Kleinen Rings“ bildet den Höhepunkt der Feiern zum hundertjährigen Bestehen der städtischen Sing- und Musikschule.

(...) Der Komponist Jan Müller-Wieland hat versucht, zum „Kleinen Ring“ eine kindergerechte, dabei nicht zu simple Musik zu schreiben, die sich vielfältiger Idiome bedient. Differenzierte Instrumentalfarben vernimmt der Zuhörer, ein paar fetzige Rhythmen und akzentuierte Sprechgesänge, bei tumultuöseren Szenen Klänge der neueren Musik, häufig aber auch nur minimalistisch gewebte Hintergrund-Klangtapeten.

(...) Die intensive Probenarbeit, die der Aufführung vorausging, hat reiche Frucht getragen. Nicht nur die singenden und tanzenden Chorgruppen bewegen sich so selbstverständlich, als wären sie schon immer auf der Bühne zuhause, sondern auch die zahlreichen meist erwachseneren Einzeldarsteller, deren Namen hier aus Platzgründen leider nicht einzeln aufgeführt werden können. Hinter allem leichtgewichtigen Märchenspiel deutet sich schließlich sogar eine sanfte Moral des Stücks an: Macht auszuüben oder böse zu sein, ist für den Menschen auf die Dauer zu anstrengend, und beides führt, als schlimmste Folge, zur Vereinsamung.

 

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