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Rückblick – Lutoslawski-Porträt im Bucerius-Kunst-Forum in Hamburg

Das Bucerius-Kunst-Forum und dessen Besucher erfreuten sich am 19. Juli 2010 am Klang von Werken des polnischen Komponisten und Dirigenten Witold Lutoslawski (1913-1994).

Auf dem Programm stand ein Komponisten-Porträt zu Ehren des neben Chopin und Szymanowski wohl bedeutendsten Komponisten Polens.

Für die musikalische Auswahl waren das Minguet Quartett und die Pianistin Ulrike Payer verantwortlich, die sieben Werke aus fünf Jahrzehnten erklingen ließen. Fehlen durften hierbei natürlich nicht das „Streichquartett 1964“, die „Sacher Variation“ für Violoncello solo (1975), und „Partita“ für Violine und Klavier (1988).

Im Hamburger Abendblatt (Ausgabe 21.07.2010) veröffentlichte Ilja Stephan einen Konzertbericht. Er schreibt unter anderem:

„Aus guter Musik wird große Musik (...) Das chronologisch erste Werk des Großmeisters der polnischen Avantgarde war eine Klaviersonate von 1934. Dieser Sonate nach zu urteilen muss Lutoslawski bereits mit 21 Jahren ein hervorragender Musiker gewesen sein, der sich bei Debussy alle erdenklichen Kunstgriffe abgeschaut hatte - nur dessen feinfühlige, träumerische Versonnenheit nicht. (...) Schon hier war Lutoslawskis Sinn für zupackende Steigerungsdramaturgien und planvoll disponierte Großformen zu spüren, zu der die geliehenen Vokabeln aus der lasziv-sinnlichen Klangrede des Franzosen nicht immer passen wollten. (...) Am deutlichsten stach noch Lutoslawski Hang zu gedanklicher und formaler Klarheit ins Ohr, der auch die Sacher-Variationen von 1975 und die späte, an barocke Vorbilder angelehnte Partita von 1984 auszeichnet. In diesen Paradestücken für Cello solo bzw. Violine und Klavier konnten Minguet-Cellist Matthias Diener und Primarius Ulrich Isfort auch als Solisten überzeugen. (...) Klar und strukturiert war schließlich selbst Lutoslawskis wildestes Werk, das mit gelenkter Improvisation operierende Streichquartett von 1964. Doch hier kam jener Überschuss an Unvorhersehbarkeit und Lebendigkeit hinzu, der aus sehr guter Musik große Musik macht. Vom einleitenden Dialog vierer vernünftiger Menschen über das chaotische Stirnmengewirr außer Rand und Band geratener Streithähne bis zum harmonieseligen Choral ackerten, hackten, strichen und streichelten sich die Musiker des Minguet Quartetts durch das Feld der Möglichkeiten, das Lutoslawskis Quartett eröffnete. (Hamburger Abendblatt, 21.07.2010)

 

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