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Schostakowitsch-Büste und Schostakowitsch-Platz in Gohrisch

Im Andenken an den russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) wurde am 12. Juli 2010, ein zentraler Platz im Kurort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz in Schostakowitsch-Platz benannt. Die Benennung erfolgt durch den Gohrischer Bürgermeister, Tom Vollmann, sowie die Persönliche Referentin des Staatssekretärs im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Dr. Edeltraud Haß. Der Schostakowitsch-Platz in Gohrisch wird die erste Adresse sein, die nach dem bedeutenden Komponisten in Deutschland benannt ist.

An dem Platz, der auch Bushaltestelle für die örtliche Grundschule ist, wird zugleich eine Büste Schostakowitschs enthüllt, die der Bildhauer Horst Engelhardt im Auftrag des Vereins Schostakowitsch in Gohrisch e.V. geschaffen hat. Engelhardt, 1951 in Leuben bei Meißen geboren und heute freischaffend in Jäckelsbruch bei Wriezen (Brandenburg) tätig, hat bereits mehrere Skulpturen in der Sächsischen Schweiz gestaltet.

Dmitri Schostakowitsch weilte in den Jahren 1960 und 1972 jeweils für kurze Zeit in Gohrisch und komponierte im dortigen Haus des Ministerrates der DDR (heute: Parkhotel Albrechtshof) 1960 sein Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110. Das Werk gilt als eine seiner bedeutendsten Kompositionen und spiegelt in erschütternder Weise Schostakowitschs existentielles Leiden unter dem Sowjetregime wider. Es ist vermutlich die einzige Komposition, die Schostakowitsch außerhalb der Sowjetunion komponierte.

50 Jahre nach der Entstehung des Werkes veranstaltet der 2009 gegründete Verein Schostakowitsch in Gohrisch e.V. im September 2010 erstmals Internationale Schostakowitsch Tage in Gohrisch. Das dreitägige Festival, das künstlerisch in Kooperation mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ausgerichtet wird, soll jährlich stattfinden und führende Interpreten der Musik von Schostakowitsch sowie Schostakowitsch-Verehrer aus aller Welt nach Gohrisch führen. Im ersten Jahr werden u.a. Irina Antonowna Schostakowitsch, die Witwe des Komponisten, und der Dirigent Rudolf Barschai erwartet, dessen Bearbeitung des achten Streichquartetts als Kammersymphonie op. 110a ihrerseits weltberühmt geworden ist. Hauptveranstaltungsort des Festivals ist eine Scheune der Agrargenossenschaft Sächsische Schweiz, die zu einer „Konzertscheune“ umgestaltet wird.

Die Benennung des Platzes findet am 50. Jahrestag der Entstehung des Werkes statt: Schostakowitsch komponierte das Streichquartett innerhalb dreier Tage – vom 12. bis 14. Juli 1960.

 

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