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Bregenzer Festspiele und Mieczyslaw-Weinberg-Artikel im Hamburger Abendblatt

Das große Portrait des polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg bei den Bregenzer Festspielen 2010 rückt immer näher Am 31. Juli kommt es zur deutschsprachigen und österreichischen Erstaufführung von Weinbergs Oper „Das Portrait“ nach einer Vorlage von Nikolai Gogol. Die Produktion geht anschließend ans Pfalztheater Kaiserlautern (Premiere ist am 18.12.2010), und an der Opera North in Leeds folgt am 2. Februar 2011 die britische Erstaufführung. Die französische Erstauffühurng ist am 8. April 2011 in Nacy.

In Bregenz aber werden auch die Weinberg-Werke „Drei Palmen“ für Sopran und Streichquartett, die 6. Sinfonie, das Streichquartett Nr. 15, die Sinfonietta Nr. 1 d-Moll und das Trompetenkonzert op. 94 von Weinberg österreichische Erstaufführungen erleben.
Im Hamburger Abendblatt (Ausgabe 01.07.2010) veröffentlichte Tom R. Schulz einen lesenswerten Artikel zur Wiederentdeckung des Komponisten. Er schreibt unter anderem:

„Klangrede über das Unaussprechliche (...) Weinberg, 1919 in Warschau geboren, war ein Wunderkind. Seinen ersten öffentlichen Auftritt am Klavier hatte er mit zehn. Den Zwölfjährigen nahm das Konservatorium in Warschau auf. 1939 war seine akademische Ausbildung abgeschlossen – und jede Hoffnung zunichte gemacht, als Jude in Polen Konzertpianist zu werden. Die Eltern und die Schwester wurden deportiert und 1943 von den Nazis im Zwangsarbeitslager Trawniki ermordet. Nur der 20-jährige Mieczyslaw Weinberg konnte fliehen. Über Minsk und Taschkent gelangte er schließlich nach Moskau, wo er bis an sein Lebensende 1996 blieb. (...) Komponistenkollegen, allen voran Dmitri Schostakowitsch, und Interpreten vom Range eines Mstislaw Rostropowitsch (für den 1959 seine zweite Cellosonate entstand) schätzten Weinbergs Musik, doch das Publikum nahm kaum von seiner Musik Notiz. Zudem blieb er Ausländer; er sprach Russisch mit polnischem Akzent, und Stalin war lang genug Hitlers Freund gewesen, um Juden nicht zu mögen. Im Februar 1953, in der Spätphase des Stalinismus, warf man Weinberg nach der gefeierten Uraufführung eines Werks für Violine und Orchester – David Oistrach hatte den Solopart gespielt – unter dem Vorwand, er habe konspirativ auf der Krim eine jüdische Republik gründen wollen, ins gefürchtete Moskauer Gefängnis Lubjanka. Stalins Tod ermöglichte seine Freilassung nach dreieinhalb Monaten Gefangenschaft. (...)“ (Hamburger Abendblatt, 01.07.2010)

Aufführungen von Werken Mieczyslaw Weinbergs bei den Bregenzer Festspielen:

25.07.2010
Bregenz
ÖE „Drei Palmen“ für Sopran und Streichquartett
(Talia Or, Sopran EOS-Quartett Wien)
- Bregenzer Festspiele –

31.07.2010
Bregenz
Westl., deutschsprachige und österr. EA
Oper „Das Porträt“ (Symphonieorchester Vorarlberg, Regie: John Fulljames, Mus. Ltg.: Rossen Gergov)
- Bregenzer Festspiele –
18.12.2010
Pfalztheater Kaiserslautern (Übernahme der Bregenzer Produktion vom 31.07.2010) (Mus. Ltg.: Uwe Sandner)
02.02.2011
Opera North Leeds
UKEA Mieczyslaw Weinberg, Oper „The Portrait“ (engl.)
(Regie: David Pountney)

01.08.2010
Bregenz
ÖE Sinfonie Nr. 6 für Knabenchor und Orchester (Wiener Sängerknaben, Wiener Symphoniker, Ltg.: Dmitri Kitajenko)
- Bregenzer Festspiele -

02.08.2010
Bregenz
ÖE Streichquartett Nr. 15 (Quatuor Danel)
- Bregenzer Festspiele –

15.08.2010
Bregenz
ÖE Sinfonietta Nr. 1 d-moll op. 41 /
ÖE Konzert für Trompete und Orchester
B-dur op. 94
(Jürgen Ellensohn, Trompete
Wiener Symphoniker, Ltg.: Gérard Korsten)
- Bregenzer Festspiele –

 

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