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„Yamin“ von Jan Müller-Wieland auf NDR Kultur

Das Melodram mit gesprochenen Texten über Musik findet in der Avantgardemusik wieder große Aufmerksamkeit. In der Sendung „neue musik“ auf NDR Kultur ist die Gattung am 28. April (ab 21.30 Uhr) deshalb auch ein übergreifendes Thema. Neben Werken von Beat Furrer und Jonathan Harvey sind hier auch Ausschnitte aus dem melodramatischen Liederzyklus „Yamin“ von Jan Müller-Wieland zu hören.

Der heute in München als Kompositionsprofessor lehrende Jan Müller-Wieland schrieb gleich mehrere Beiträge zur Melodramgattung. Beim Beethovenfest Bonn wird das Ensemble Resonanz in diesem Sommer ein neues Melodram von ihm und dem Schriftsteller und Fernsehmoderator Roger Willemsen mit dem Titel „Der Knacks“ zur Uraufführung bringen. Willemsens neues Buch „Der Knacks“ ist essayistisch, literarisch, kulturwissenschaftlich und politisch zugleich. Bei der Lektüre hätten ihn der ehrliche und authentische Stil des Autors fasziniert, erklärt Müller-Wieland. Die Melodram-Gattung bildet dabei, wie Müller-Wieland es formuliert, „die archaische Schüssel für das deklamatorische und fabulierende Hinübertreten in Neuland durch ein Panorama aus Alterserscheinungen, Vergänglichkeitswahr-nehmungen, Verletzungen und Todesarten." Das zweite Melodram-Werk aus Müller-Wielands Feder heißt „König der Nacht“. Die sogenannte ‚Epiphanie’ für drei Sängerinnen, 32 Instrumentalisten und Zuspielelektronik nach einer eigenen Textcollage entstand 2003.

Schon während seiner Studienjahre an der Musikhochschule Lübeck Ende der 80er Jahre hatte Müller-Wieland ein Melodram oder vielmehr eine melodramatische Mischform komponiert, die NDR Kultur am 28. April vorstellt. In seinem melodramatischen Liederzyklus „Yamin“ für Sopran, Tenor, zwei Klaviere, zwei Kontrabässe und Schlagzeug vertonte Müller-Wieland frühe Gedichte von Peter Härtling. An der Vorlage habe ihn, so erklärte der Komponist einmal, das Traumverlorene, das Traumhafte, Surreale, Skurrile, Anmutige und sogar Kindliche inspiriert. Außerdem empfinde er eine starke Nähe zu Schönbergs Melodram-Klassiker „Pierrot Lunaire“. Fast hat man den Eindruck, dass Müller-Wieland bei der Vertonung der „Yamin“-Gedichte eine imaginäre Theaterszene vorgeschwebt habe.

Der Liederzyklus „Yamin“ ist auch Teil einer Portrait-CD für Jan Müller-Wieland vom Deutschen Musikrat, die beim Label WERGO erschienen ist (WER 6535-2). Hier wird das Melodram vom Ensemble Neue Musik Lübeck unter Leitung des Komponisten interpretiert.

 

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