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Moritz Eggert: Zwei Uraufführungen bei den Musiktagen Andernach

Burg Namedy

Auf der Burg Namedy in Andernach finden vom 13. bis 16. Mai 2010 die 20. Andernacher Musiktage statt, bei denen das Bajan in diesem Jahr im Fokus steht.

Bei der Eröffnungsgala am 13. Mai wird Sofia Gubaidulinas „In Croce“ für Bajan und Violoncello erklingen,  einen Tag später kommen ihre „Galgenlieder à 5“ für Bajan, Mezzosopran, Schlagzeug, Flöte und Kontrabass in szenisch improvisierter Form zur Aufführung. Gubaidulina gilt heute als die bedeutendste Komponistin für das Bajan.

Das Xyrion Trio und das Kulturamt Andernach beauftragten zudem den in Heidelberg geborenen Komponisten Moritz Eggert, zwei Werke für diesen Anlass zu komponieren. Am 15. Mai erleben im Rahmen dieses Jubiläums nun die 6 Lieder aus „Neue Dichter Lieben“ für Tenor, Violine, Cello und Akkordeon sowie das Stück Andernacht für 2 Sänger und Ensemble ihre Uraufführung.

Das Konzert unter dem Motto „VARIATIONEN - Festliches Überraschungskonzert“ wird durch das Xyrion Trio und Elsbeth Moser & Freunde aufgeführt.

Moritz Eggert zum Konzept von „Neue Dichter Lieben“ und der Entstehung von „Andernacht“:

„Die wichtigste Idee bei ‚Neue Dichter Lieben’ war, dass nur Texte zeitgenössischer Autoren verwendet werden sollten, daher auch der Titel. Das Stück soll nicht der Versuch sein, die Schumannsche ‚Dichterliebe’ in ihrem romantischen Gestus zu imitieren, vielmehr stellte ich mir vor, das Thema ‚Liebesgedicht’ auf alle Arten zu beleuchten, die uns heute zur Verfügung stehen, auf Arten, die auch dem jeweiligen Stil der Autorinnen und Autoren entsprechen, und der vom Ironischen zum Absurden, vom Heiteren bis zum Ernsten reicht. Der Begriff ‚Liebe’ kann hierbei mehrfach gedeutet werden – z.B. als Liebe zu einer Person, zu einem Objekt oder zu einer Landschaft.“

„Das Stück ‚Andernacht’ entstand, als Maria Kliegel mich bat, ihr ein Stück für ihr Kammermusikfestival auf Burg Namedy bei Andernach zu schreiben. ‚Kann es irgendetwas mit der Stadt Andernach zu tun haben? Es soll ein Überraschungsstück sein, das am Schluss des Konzertes gespielt wird’.
Nach langer Recherche in der Historie von Andernach kam ich zu dem Schluss, dass es von mir verlogen wäre, mich hier als Kenner der Andernacher Geschichte auszugeben. Stattdessen ein Spiel mit dem Namen der Stadt – sofort fällt einem das Wort ‚Andernacht’ ein. Vielleicht hieß Andernach auch mal so, in grauer Vorzeit, in einer Zeit, in der noch Wölfe durch Deutschlands Wälder strichen und die Wilde Jagd und seltsame Zauberwesen das Land unsicher machten.
Bei ‚Andernacht’ stelle ich mir einen Ball sehr merkwürdiger Wesen vor, vielleicht ein bisschen wie die wunderbare Ballszene in Polanskis ‚Tanz der Vampire’. Nein, ich meine nicht das Musical.
Wie auch immer, allein das Wort ‚Andernacht’ hat meine Phantasie angeregt. Entstanden ist also eine Musik aus dem Titel, eine Begleitmusik zu einer Szene voll abgründiger Seltsamkeit (was allein schon der ungewöhnlichen Besetzung geschuldet ist), deren wahre Hintergründe allein der Phantasie des geneigten Hörers bekannt sind.“

15. Mai 2010
Andernach
Burg Namedy, 20. Andernacher Musiktage, 20 Uhr
Uraufführung: Moritz Eggert,
6 Lieder aus „Neue Dichter Lieben“ für Tenor, Violine, Cello, Akkordeon
Auftragswerk des Xyrion Trios
Andernacht für 2 Sänger und Ensemble
Auftragswerk des Kulturamtes Andernach
Elsbeth Moser und Freunde, Xyrion Trio (Ida Bieler, Nina Tichman, Maria Kliegel)

 

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