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Katia Tchemberdji wird 50

Tchemberdji

Die russische, heute in Berlin lebende Komponistin Katia Tchemberdji begeht am 6. Mai 2010 ihren 50. Geburtstag. Zu ihren wichtigsten Werken zählen „Ma’or“ für Klarinette solo, Drei Bogentänze für Violoncello und Klavier, „Abschiedsgesänge“ für vier Vokalsolisten und Kammerorchester, die Kammeroper „Max und Moritz“ und das sogenannte Heidelberg-Trio für Klarinette, Violine und Klavier.

Bereits als Siebenjährige wurde Tchemberdji in die Zentrale Musikschule des Moskauer Konservatoriums aufgenommen, an dem sie 1978 ihre Studien in den Fächern Komposition, Musiktheorie und Klavier fortführte. Ihre wichtigsten Lehrer waren Nikolai Korndorf und Juri Cholopow. 1984 legte Katia Tchemberdji sämtliche Examina mit Auszeichnung ab. Von 1984 bis 1990 unterrichtete sie an der Gnessin-Musikhochschule in Moskau. Seit 1990 lebt und arbeitet sie in Berlin. Im Jahr 2003 trat Tchemberdji eine Lehrstelle für Komposition für Kinder und Jugendliche an der Neuköllner „Paul-Hindemith-Musikschule“ an.

Als Komponistin und Pianistin gleichermaßen gefragt, wurde Katia Tchemberdji zu zahlreichen internationalen Kammermusikfestivals eingeladen. Sie unternahm ausgedehnte Konzertreisen als Begleiterin der Cellistin Natalia Gutman. Katia Tchemberdji erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge von namhaften Musikern und Veranstaltern. Ihr überwiegend introvertierter, lyrisch-expressiver Stil entfaltet besonders in ihrer Klavier- und vokalen Ensemblemusik berührende Klangwirkungen.

Eine ihrer wichtigsten Erfindungen im Bereich der Klavierpädagogik ist das „Tastenlineal“, das als Lerngerät und Spielzeug für Klavierschüler dient. Es hilft das Gehör zu prüfen und zu stützen sowie Tonleitern, Akkordfolgen und einfache Melodien auf der Tastatur zu finden und ganz einfach – durch Verschieben des Lineals – zu transponieren. Das Tastenlineal hat die Länge einer Oktave, z.B. von C bis c, und ist in 13 Felder (pro Taste 1 Feld) unterteilt. Die unten abgebildete Schablone soll (gerne mehrfach) kopiert und dann ausgeschnitten und auf Papp- oder Plastikstreifen derselben Größe geklebt werden. Die Felder können die Kinder farbig ausmalen. Es ist sinnvoll, gleich mehrere Tastenlineale zu basteln. Um eine Tonleiter, Akkordfolge oder Melodie zu kennzeichnen, sind die Tasten-Felder entweder zu beziffern, oder man steckt einfach Büroklammern auf die jeweiligen Felder. Das Lineal kann man dann an beliebiger Stelle (z.B. von C bis c, oder von e bis e‘, oder von As bis as ...) an den oberen Rand der schwarzen Tasten auf die Tastatur des Klaviers legen. Die Lage der Büroklammern zeigt dann an, welche Tasten zu spielen sind. Ohne weitere Erklärungen und technische Zusätze können die Kinder diese Ton- bzw. Intervallstrukturen, die mit Worten erfahrungsgemäß so schwer zu beschreiben sind, sofort in den Klang am Klavier umsetzen und sich somit einprägen. Besonders spannend ist, dass durch einfaches Verrücken des Lineals auf den Tasten eine bestimmte Tonstruktur (z.B. Dur-Akkord oder Moll-Tonleitern) durch alle Tonarten hindurch „spielend“ leicht transponiert werden kann. Normalerweise bereitet das Transponieren (vor allem wenn es „über den Kopf“ und nicht übers Gehör geht) große Schwierigkeiten. Mit dem Tastenlineal wird die – auch so manchem Erwachsenen verborgene – „Logik“ deutlich sichtbar. Angst vor den schwarzen Tasten, vor neuen Tonarten, vielen Vorzeichen etc. kann gar nicht erst aufkommen. Somit fördert das Tastenlineal schon bei kleinen Kindern das musikalische Verständnis und verstärkt deren Bereitschaft zum Lernen und Ausprobieren.

 

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