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Ulrich Leyendecker: Violakonzert kommt in Kaiserslautern zur Uraufführung

Im Vergleich zu ihrer kleinen Schwester, der Geige, klingt die Bratsche schon etwas verschnupfter. Und weil sie im Orchester meist zu schläfrig langweiliger Begleitung verdammt ist, musste sie stets viel Spott über sich ergehen lassen. Seit Weltstars wie Yuri Bashmet, Kim Kashkashian oder NobukoImai mit spektakulären Konzerten unter anderem von Alfred Schnittke und Edison Denissow für dieses Instrument um den Erdball touren, muss man sich um das angekratzte Image der Bratsche allerdings keine Sorgen mehr machen.

Nun hat auch der Komponist eines Klarinetten-, Gitarren-, Violoncello- und Klavierkonzertes Ulrich Leyendecker ein Violakonzert geschrieben, welches seine Uraufführung am 19. März 2010 in Kaiserslautern bei der Neueröffnung des SWR-Studios feiert. Das Stück entstand 2007/08 im Anschluss an das „Mannheimer Konzert“ für Doppelorchester, das Wolfram Christ als Dirigent in Auftrag gegeben hatte. Durch die fruchtbare gemeinsame Arbeit an diesem Projekt ergab sich wie von selbst die Idee, diese Arbeit fortzusetzen. So entstand also das Wolfram Christ als Bratscher gewidmete Violakonzert.

Die Großmeister der Vergangenheit seien leider zurückhaltend gegenüber der Kombination Solobratsche und großes Orchester gewesen, befindet Leyendecker selbst. „Die Scheu, die Bratsche als ein Instrument der orchestralen Mittellage solistisch einzusetzen, ist verständlich, da ihre Durchsetzungsfähigkeit geringer ist als die der Violine und des Cellos.“ Gerade das hat Leyendecker wie schon bei seinem Gitarrenkonzert besonders gereizt. Die ganz eigene Farbe der Bratsche und die Nutzung ihrer Register, die sich in der Tiefe mit der Mittellage des Violoncellos und in der Höhe mit der mittleren Höhenlage der Violine überschneidet, gibt – solistisch hervortretend – reichhaltige, delikate, von den identischen Lagen der Violine und des Cellos deutlich verschiedene Farbtönung. „Diese habe ich genutzt“, ergänzt Leyendecker, „indem ich besonders von der charakteristischen Tiefe, aber auch von dem Hin- und Herspringen in die verschiedensten Register viel Gebrauch gemacht habe. Zum rein Solistischen kommen diverse kammermusikalische Kombinationen der Bratsche mit anderen Soloinstrumenten des Orchesters.“

19.03.2010
Kaiserslautern
SWR-Studio, Emmerich-Smola-Konzertsaal, 20 Uhr
Uraufführung: Ulrich Leyendecker,
„Konzert für Viola und Orchester“
Solist: Wolfram Christ (Viola)
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Leitung: Christoph Poppen

 

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