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Moritz Eggerts „A Bigger Splash“ und Alexander Mossolows „Eisengießerei“ auf NDR Kultur

Eisengießerei News

Die Sendung „neue musik“ auf NDR Kultur widmet sich am 20. Januar (ab 20’56 Uhr) dem großen Thema „Realismus in der Kunst und der zeitgenössischen Musik“. Schon der spanische Maler Salvador Dali hatte einmal gesagt: „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist, als die Welt des Traumes.“

Dali zielt damit auf den Kern der Realismus-Debatte, die stets auf die Frage stößt, was wirklich ist und was erst durch unsere Wahrnehmung in eine für uns geltende Wirklichkeit verwandelt wird. Dennoch haben Gemälde, die die Oberfläche der Welt akribisch genau darstellen, schon wegen ihrer handwerklichen Meisterschaft eine ungeheure Faszination. Auch wenn der Philosoph Elias Canetti behauptet, dass der Weg zur Wirklichkeit immer über Bilder ginge, so haben vor allem die Bildenden Künstler immer mit dem Vorwurf zu rechnen, dass die Realität, die sie abzubilden bemüht sind, doch nur eine Einbildung ist. Was wir Realität nennen, setzt sich aus einer kleinen Zahl sinnlicher Erfahrungen zusammen und ist extrem komplex, ja eigentlich unfassbar. Noch schwerer greifbar wird der Realismusbegriff in den Worten Bertold Brechts. „Realismus ist nicht“, so sagt er, „wie die wirklichen Dinge sind, sondern wie die Dinge wirklich sind.“

Realistische Tendenzen gibt es auch in der Neuen Musik. Der junge, aus Heidelberg stammende Komponist Moritz Eggert zum Beispiel wählte David Hockneys Bild „A Bigger Splash“ zur Vorlage seines Stücks „Number Nine VI: A Bigger Splash“ für Orchester. Eggert sagt aber ausdrücklich, dass er dem Splash, dem Spritzer dieses sogenannten Swimmingpoolbildes, keineswegs mit Mitteln der Programmmusik begegnen will. Musik sei niemals „gefrorene Zeit“, ergänzt er, sie sei genau das Gegenteil von Hockneys bildender Kunst. Es läge ihm eher fern, das Visuelle eins zu eins in Musik übertragen zu wollen. Und doch gibt es deutliche „Spritzer“ zu Beginn der Komposition, die Fantasien Raum lassen.

Neben Eggerts Stück kommt auch ein Klassiker der Moderne in Gestalt der „Eisengießerei“ von Alexander Mossolow zur Ausstrahlung. Mossolow entführt seine Hörer in eine Einrichtung der Schwerindustrie, in der in den 1920er Jahren eine Vielzahl neuer Maschinen zum Einsatz kam.

 

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