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Beseelte, pulsierende Partituren: Veranstaltungen zum 75. Geburtstag von Alfred Schnittke

Im August des vergangenen Jahres gedachte die Musikwelt des 10. Todestags von Alfred Schnittke. Am 24. November 2009 nun wäre der 1998 verstorbene große russisch-deutsche Komponist 75 Jahre alt geworden.

Was er an Alfred Schnittkes Musik so besonders schätze, sagte der französische Komponist Henri Dutilleux einmal über den Kollegen, sei das intensive Pulsieren, das seine Partituren beseelte, inmitten oft heftiger, ja bestürzender Passagen, die manchmal wie von einer Halluzination diktiert zu sein schienen. Im Rahmen der NDR-Sendereihe „neue musik“ kommt es am 25. November, einen Tag nach dem Geburtstag, zu einer Schnittke gewidmeten Sendung. Weniger bekannte Aufnahmen von Werken wie das Concerto grosso Nr. 1 in der von Schnittke bevorzugten Fassung für Flöte, Oboe, Cembalo, präpariertes Klavier und Streichorchester sind hier zu hören.

Das Label ECM hatte im Januar 2009 eine Aufnahme von Alfred Schnittkes 9. Sinfonie mit der Dresdner Philharmonie unter Dennis Russell Davies veröffentlicht. Wenig später erschien beim schwedischen Label BIS eine weitere Interpretation mit dem Philharmonischen Orchester Kapstadt unter Leitung von Owain Arwell Hughes. Auf dieser CD brachte BIS auch erstmals das Concerto grosso Nr. 1 in der von Schnittke ausdrücklich befürworteten Alternativfassung für Flöte, Oboe und Orchester heraus, eingespielt von Sharon Bezaly, Christopher Cowie und dem Philharmonischen Orchester Kapstadt unter Owain Arwell Hughes. Die neue BIS-CD soll Bestandteil einer CD-Box mit allen neun Sinfonien Schnittkes werden.

Im Mai 2009 erscheint bei Capriccio in Co-Produktion mit DeutschlandRadio Berlin die vierte und letzte CD in der Veröffentlichungsreihe mit Filmmusiken Alfred Schnittkes in Suitenbearbeitungen von Frank Strobel. Diese enthält die Suiten „Sport, Sport, Sport“ und „Die Abenteuer eines Zahnarztes“. Es spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel.

Zu Beginn des Schnittke-Jahres 2009 benannte sich das in Altona ansässige Musikseminar Hamburg, gleichzeitig Sitz der Deutschen Alfred-Schnittke-Gesellschaft, in ‚Alfred Schnittke Akademie International’ um. Hier wurde im Mai auch die von Milan Knobloch angefertigte Bronze-Büste des Komponisten feierlich enthüllt. Diese hatte Arvo Pärt als Geschenk für die Akademie erworben.

Die Deutsche Alfred-Schnittke-Gesellschaft bringt anlässlich des 75. Geburtstags eine Gedenkschrift mit hochkarätigen Aufsätzen und Analysen zu Schnittkes Schaffen heraus.

Anlässlich des Jubiläums greift John Neumeier in diesem Jahr erneut auf seine großartige Tanzproduktion „Endstation Sehnsucht“ zurück, die erstmals in den 80-er Jahren in Stuttgart und später dann auch in Hamburg Furore machte. Er verwendet darin neben den „Visions fugitives“ von Sergej Prokofjew vor allem den legendären Uraufführungsmitschnitt der bahnbrechenden 1. Sinfonie Schnittkes aus Gorki. Die Wiederaufnahme dieser Ballettproduktion ist für den 14. November 2009 angesetzt.

Das London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Wladimir Jurowski veranstaltet in Zusammenarbeit mit der London Sinfonietta und The Royal College of Music Ende November 2009 im Londoner Southbank Centre ein umfangreiches Schnittke-Festival (15.11. - 01.12.) unter dem Motto „Between Two Worlds“. Es sind die Sinfonie Nr. 3, das Concerto grosso Nr. 1, ein Querschnitt durch die Oper „Historia von D. Johann Fausten“, das Violakonzert „Monolog“, das 2. Cellokonzert, „Der gelbe Klang“ und vieles andere mehr vorgesehen. Unter den Mitwirkenden sind u.a. Leonidas Kavakos, John Tomlinson, Boris Petrushansky und Alexander Ivashkin. Am 21. November findet zudem ein Symposion im Londoner Goldsmiths College und am 22. November in der Queen Elizabeth Hall statt. Beide Veranstaltungen werden von einer Schnittke-Ausstellung begleitet.

» Trailer zum Schnittke-Festival

Die Hochschule für Musik und Theater Hannover veranstaltet Ende November 2009 zum 75. Geburtstag ein internationales Symposium, welches das Schaffen Schnittkes unter dem Aspekt der Postmoderne reflektiert und die Schnittke-Rezeption in Ost- und Westeuropa miteinander vergleicht.

Das japanische Yomiuri-Sinfonieorchester plant für den 29./30. November 2009 in Tokio die japanische Erstaufführung des Oratoriums „Nagasaki“ unter der Leitung von Gennadi Rozhdestvensky.

In der Saison 2009/10 ist Yuri Bashmet europaweit in einer Reihe von Kammerkonzerten zu erleben, in denen er zusammen mit befreundeten Interpreten (Gidon Kremer, Oleg Maisenberg u.a.) je ein Schnittke-Werk (z.B. das Streichtrio) aufführt. Darüber hinaus tritt er auch mit verschiedenen Orchestern als Dirigent sinfonischer Konzerte auf, in denen ebenfalls jeweils ein bis zwei Werke von Alfred Schnittke enthalten sind. Diese Konzerte finden in Köln, Eindhoven, London und Paris statt.

 

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