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Verblüffend und unterhaltsam: Efim Jourist und seine Tango-Arrangements

In der Fachzeitschrift „akkordeon magazin – Das Magazin für Akkordeonspieler“ ist in der Ausgabe 05/Oktober-November 2009 ein Beitrag über den ukrainischen Komponisten und Akkordeonisten Efim Jourist erschienen . Der 2007 verstorbene Jourist war ein Meister sowohl auf dem Akkordeon als auch dem Bajan. 1977 unternahm er seine erste Auslandstournee und bereiste danach regelmäßig Südamerika, Europa, Australien und die USA. 1992 übersiedelte der Komponist und Instrumentalist nach Deutschland, wo er das aus Bajan, Gitarre, Violine und Kontrabass bestehende „Efim Jourist Quartett“ gründete. 2000 gründete Jourist zusätzlich zu seinem Quartett das „Efim Jourist Ensemble“, das in der Besetzung Bajan, Violine, Gitarre, Kontrabass, Marimbaphon/Vibraphon und Schlagzeug viele Eigenkompositionen Jourists zur Aufführung brachte. Jourist schrieb Orchesterwerke und zahlreiche Stücke für sein Quartett bzw. sein Ensemble, Lieder, Arrangements für Akkordeon und Bajan solo sowie Bearbeitungen für verschiedenste Besetzungen.

Im „akkordeon-magazin“ schreibt Hans-Jürgen Schaal unter anderem:

„Russland und Tango? Ja, auch Osteuropa wurde einst früh vom Fieber angesteckt und hat seine ganz eigenen Tango-Varianten entwickelt. Die Melancholie des Tangos und die sprichwörtliche Schwermut der russischen Seele harmonieren nicht schlecht. In Efim Jourists russischer Musik gibt es daher viele Verbindungen zum Tango: Unter dem Titel ‚La Russie’ schrieb und spielte er eine Tango-Rhapsodie und eine Tango-Suite, beide für Bajan. In seinem Werkverzeichnis finden sich ebenso ein Kammerquintett namens ‚Erinnerung an Buenos Aires’, ein ‚Tango Pizzicato’ für Kammerorchester und Quartett, ein ‚Tango des russischen Offiziers’ 2006 nahm Efim Jourist sogar ein ganzes Album mit eigenen Tangos auf und nannte es – ‚Russian Roulette’.
Die Tango-Elemente bilden jedoch nur eine unter zahlreichen Facetten in der Musik von Efim Jourist. Für das slawische Temperament, pendelnd zwischen Schwermut und unbändiger Lebenslust, fand er viele Stilistiken zum Andocken. Ein typisches Jourist-Arrangement besteht aus einer Folge von Variationen, ständig wechselnd in Tempo, Ausdruck und Dynamik. pathetisches Rubato, Klassik-Gesten, Gypsy-Jazz, Musette-Walzer, Polka-Leidenschaft, Tango-Rhythmen: Das alles konnte Jourist in ein einziges Stück packen, komplex arrangiert, mit originellen Gegenstimmen und effektvollem Finale. Technisch verblüffende, rhythmisch vertrackte, aber immer unterhaltsame Musik-Collagen, die auch ein Klassik-Publikum von den Sitzen reißen konnten. (...)

 

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