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Uraufführung: „Sogno di Stabat Mater“ von Lera Auerbach in Braunschweig

Die russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach hat ihr 2005 entstandenes Werk „Dialoge mit Stabat Mater" selbst für eine Kurzfassung überarbeitet. Unter dem Titel „Sogno di Stabat Mater“ findet am 18. September 2009 die Uraufführung in Braunschweig statt. Das Werk für Violine, Viola Vibraphon und Streichorchester (nach Pergolesi) entstand im Auftrag von Gidon Kremer für eine CD-Produktion bei Nonesuch Records. Die Aufnahme wird im Spätsommer 2010 erscheinen.

Die Komponistin zur Urfassung:

„Meine ‚Dialogues on Stabat Mater’ sind ein Experiment. Zum einen war es mein Bestreben, ausgewählte Sätze aus Pergolesis berühmtem Meisterwerk zu einer Art Concerto grosso für Violine, Viola und Kammerorchester umzuschreiben, dabei aber dem Geist des Originalwerks treu zu bleiben, so dass aus einem geistlichen Vokalwerk ein abstraktes Instrumentalstück werden konnte. Zum anderen hoffte ich, auf diese Weise eine Art Rahmen zu schaffen, einen Dialog, eine neue Perspektive auf ein bekanntes Thema. Und ich wollte bei diesem Dialog nicht so sehr von den ästhetischen Unterschieden in Kultur und Harmonik des 18. und 21. Jahrhunderts ausgehen, sondern vielmehr von den Gemeinsamkeiten, was im übrigen weitaus faszinierender ist. Das Bild einer leidenden Mutter ist universell – wie auch der Schmerz, wenngleich dessen Ausdrucksformen je nach kulturellem oder religiösem Hintergrund verschiedenartig sein mögen.

Ein Dialog kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Handelt es sich um einen Dialog zwischen Mutter und Kind, Anfang und Ende, Musiker und Publikum, Soli und Tutti, Verständnis und Verlassenheit? Oder ist der Unterschied zwischen vokal und rein instrumental, zwischen der geistlichen und der Umgangssprache, zwischen Monolog und Dialog vielleicht gar nicht so groß? Jedes Gebet ist ein Dialog, auch wenn der darin Angesprochene nicht präsent sein mag. Und wen spreche ich mit meinem Werk an?“

18.09.2009
Braunschweig
Stadthalle, 20 Uhr
Kremerata Baltica
Leitung und Violine: Gidon Kremer

 

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