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Lera Auerbach in „crescendo“ porträtiert

In der aktuellen Ausgabe des Klassikmagazins „crescendo“ (5/09) ist ein längerer Beitrag über die russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach und ihren Aufenthalt in der Schweiz erschienen. Darin heißt es unter anderem:

„(...) Wie sie die Musik entdeckt hat und Komponistin geworden ist, weiß sie nicht zu sagen. ‚Ich kann mich nicht mehr an die Zeit erinnern, in der ich keine Musikerin war. Schon im Alter von vier Jahren habe ich mit dem Komponieren begonnen, also zur selben Zeit, als ich auch das Lesen gelernt habe. Im Nachhinein betrachtet war es wichtig, sehr früh musikalische Gedanken und Strukturen festhalten zu können.’ Sie sagt das ohne eine Spur von Arroganz, eher so, als sei es die natürlichste Sache, dass kleine Kinder die musikalische Ausdrucksfähigkeit genauso selbstverständlich erlernen wie die sprachliche.
Dass Lera Auerbach über eine breite Ausdruckspalette verfügt, zeigt ein Blick in das für ihr Alter erstaunlich umfangreiche Werkverzeichnis, in dem sich nahezu alle Gattungen finden: Kammermusik für verschiedene Besetzungen, Chor- und Orchestermusik, eine Oper – ‚ich schreibe gerade an einer neuen Oper, die den Titel ‚Gogol‘ tragen soll’ – sowie Ballettmusik. Im Grunde seien alle wichtigen Werke bereits komponiert worden, erklärt Auerbach, während sie ihren Kopf zum Fenster wendet, als sehe sie dort draußen im Schweizer Gebirgsmassiv eine riesige, enzyklopädisch geordnete Noten-Bibliothek, ähnlich, wie sie Jorge Luis Borges in seiner berühmten Erzählung ‚Die Bibliothek von Babel’ beschrieben hat. Sie sagt: ‚Meine einzige Aufgabe als Komponistin ist es, in Berührung mit dem Urbild des Werkes und seiner imaginären Energie zu kommen und dieses zu transkribieren.’ Auch als Rezipientin von Musik erweist sich Lera Auerbach als Enzyklopädistin: ‚Ich höre extrem viele Schallplattenaufnahmen und entdecke dabei ständig neue Werke. Mein mp3-Player ist prall gefüllt mit einer riesigen Sammlung von Aufnahmen.’ Mit einem fast wehmütigen Lächeln fügt sie hinzu: ‚So arbeite ich mich durch die Jahrhunderte.’ (...)“

 

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