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Kunst für die Kunst: Über Peter Ruzickas CELAN in Bremen

Detlef Brandenburg hat in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift „Die Deutsche Bühne“ (7/2009) einen Artikel unter dem Titel „Jenseits der Postmoderne“ veröffentlicht, in dem er das neue Musiktheater mit politischen Themen diskutiert. Darin thematisiert er auch die Neuinszenierung der Oper CELAN von Peter Ruzicka in Bremen und schreibt:

„(...) Wie Sciarrino meiden auch Rolf Riehm in ‚Die schrecklich gewaltigen Kinder’ oder Peter Ruzicka in seiner 2001 uraufgeführten ‚Celan’-Oper die direkte Bezugnahme auf aktuelle Politik. Sie nehmen den Umweg über literarische Vorlagen, laden diese dann aber mit ihrer Musik so intensiv mit Leidenschiffren auf, dass der politische Gehalt unmittelbar aus der musikalischen Struktur hervortritt. Die Vorlage wird gleichsam überschrieben mit künstlerischer Gegenwart. (...) Am Theater Bremen hat die Regisseurin Vera Nemirova anhand von Peter Ruzickas ‚Celan’ gezeigt, wie das gehen kann. Sie setzt sich souverän über die in Peter Mussbachs Libretto fixierten Szenenanweisungen hinweg. Schon das Bühnenbild von Stefan Heyne zeigt keine ‚Szene’, sondern eher ein Sinnbild: Im leeren Bühnenhaus schwebt ein gewaltiger Kubus, ein ‚Zauberwürfel’ aus Büchern, in dem Sprache fixiert, Tradition aufbewahrt ist: ein Mirakel und auch eine Drohung über den Köpfen der Darsteller – denn Sprache kann als Kultursymbol Gegenstand der Sehnsucht ebenso wie Chiffre des Leidens sein. (...) Ruzickas Musik handelt von dieser seelischen Deformation. In schroff aufgebrochenen oder fragil erstarrten Klangfeldern, im Kreisen der Motive und Gesten bohrt sie sich in die leidende Seele des Dichters. (...)“

 

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