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80. Geburtstag von Awet Terterjan

Die Musik des armenischen Komponisten Awet Terterjan, dessen 80. Geburtstags wir am 29. Juli 2009 gedenken, erreicht ein immer größer werdendes Publikum. Die gefeierte Produktion seiner tragischen Oper „Das Beben“ am Münchner Gärtnerplatztheater wurde seit ihrer Premiere am 15. März 2003 bis 2007 alljährlich wieder aufgenommen. „Wenn die Erde bebt“, schrieb die Fachzeitschrift „Opernwelt“ zur Uraufführung des Werkes in München, „dann blendet grelles Licht die Zuschauer in den Rängen, schwillt die Musik bis zum fünffachen Forte an, bevor ein plötzlicher Moment der Stille einsetzt und danach die Klage des Volks vor einem immer mehr anschwellenden Regenguss vom Tonband über dem Ostinato der Pauken sich Bahn bricht. (...)

Awet Terterjan lässt die Musik oft minimalistisch in sich und über dem Klangkontinuum der tonal zentrierten, in der Lage weit gespannten Streicher kreisen, komponiert etwa ein zigfach wiederkehrendes chromatisches Motiv für die Hörner, bis der Chor in Terz- und Tritonusgängen schier explodiert ...“. Die Oper beruht auf der Novelle „Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von Kleist. Thema ist die Zerstörung der Stadt Santiago de Chile im Jahre 1647, vor deren Hintergrund sich eine dramatische und tragisch endende Liebesgeschichte entspinnt. Die Inszenierung des Werkes am Gärtnerplatztheater stammte von Claus Guth, die musikalische Leitung hatte Ekkehard Klemm.

Awet Terterjan (als Alfred Rubenowitsch Terterjan getauft) wurde am 29. Juli 1929 in Baku, Aserbaidschan, geboren. Sein Vater, Ruben Terterjan, war in Baku ein renommierter Arzt. Awets Bruder Herman wurde Operndirigent, und sein Sohn Ruben Musikwissenschaftler und Verfasser des Buches „Awet Terterjan“, das 1989 in Jerewan erschienen ist. Terterjans Frau, Irina Tigranowa-Terterjan, ist Professorin für Musikwissenschaft in Jerewan. 1948 trat Awet Terterjan in die Musikhochschule von Baku ein. Er setzte seine Studien an der Romanos-Melikjan-Musikhochschule fort, in die er sich 1951 einschrieb. Von 1952 an studierte er am staatlichen Komitas-Konservatorium in Jerewan Komposition bei Eduard Mirsojan. Awet Terterjan bekleidete eine Reihe von Ämtern im armenischen Kulturleben und in der Verwaltung. Von 1960 bis 1963 hatte er den Posten des Exekutivsekretärs des Armenischen Komponistenverbandes inne, zu dessen Vizepräsident er von 1963 bis 1965 ernannt wurde. Von 1970 bis 1974 fungierte Awet Terterjan als Vorsitzender der Abteilung Musik im Kulturministerium von Armenien. Gleichzeitig arbeitete er als Herausgeber. Ab 1985 war er als Professor am Konservatorium in Jerewan tätig, und in den Jahren von 1993 bis 1994 gab er Meisterklassen am Ural-Konservatorium in Jekaterinburg. Um ungestört an seinen eigenen Kompositionen arbeiten zu können, zog er sich in regelmäßigen Abständen ins Gästehaus von Dilischan zurück, an dessen Stelle ab 1989 sein eigenes Haus am Sewan See trat. 1992 ernannte man Awet Terterjan zum Präsidenten der Österreichisch-armenischen Freundschaftsgesellschaft. 1994 erhielt er ein Stipendium des Landes Brandenburg und arbeitete sechs Monate in Wiepersdorf. Für das Jahr 1995 sprach man ihm ein einjähriges Stipendium des DAAD in Berlin zu, doch Awet Terterjan starb am 11. Dezember 1994 in Jekaterinburg, wo er an einem ihm gewidmeten Festival teilnehmen wollte. Er wurde am 19. Dezember im Pantheon in Jerewan eingeäschert.

Anlässlich des Geburtstages legen die Sikorski Musikverlage eine Partitur der Sinfonie Nr. 8 von Awet Terterjan als Druckausgabe vor.

 

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