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Presse zur Oper „LINKERHAND“ von Moritz Eggert

Am 10. Mai 2009 wurde in Hoyerswerda Moritz Eggerts neue Oper „Linkerhand“ in der Regie von Sebastian Ritschel uraufgeführt. Das Theater Görlitz übernahm die Produktion am 16. Mai 2009 in sein Haus.

In der Presse war zu diesem Opernereignis zu lesen:

• Wolfgang Schreiber – Süddeutsche Zeitung am 16. Mai 2009:

Passion des wilden Lebens

Szenisch aufgeblättert wird die Spannung eines Kampfs zwischen „Individualität und Vision einerseits und Mythos und Kollektivkunst andererseits“. Gegen Ende der Oper beharrt die Titelheldin in einer ausladenden Arie auf ihrer Maxime: „Leben, ich will leben!“ ...

Das hat einen unmittelbar anspringenden szenischen Rhythmus, bis hin zum frechen Songfinale mit dem Schlagersänger Django ... Farbig, in ständiger Bewegung sind die von Karen Hilde Fries ausgestatteten Bühnenaktionen, denen Regisseur Sebastian Ritschel mit dem vor Spiellust bebenden Ensemble auf die Sprünge hilft.

• Andreas Hilger - Mitteldeutsche Zeitung am 19. Mai 2009:

Regisseur Sebastian Ritschel und Ausstatterin Karen Hilde Fries finden für die knappen Szenen sinnstiftende Entsprechungen: Da schweben Schilder aus dem Bühnenhimmel, die das Geschehen kommentieren und karikieren. Da werden die vertrackten und verfugten Chorsätze zu Aufmärschen genutzt. Und da stehen die Riesen des Fortschritts als Unbehauste inmitten ihrer zwergenhaften Planstadt, in der selbst die Hochhäuser zu klein sind, um die Sehnsucht der Brigitte Reimann und ihrer Franziska Linkerhand zu beherbergen..

• Thomas Rothschild - Financial Times am 19. Mai 2009:

Von wegen Provinz: Die Oper „Linkerhand“ ist als Werk wie in ihrer Inszenierung durch das junge und durchweg glänzende Görlitzer Ensemble ein Musterbeispiel für modernes Musiktheater.

• Prof. Dr. Franz R. Stuke - Opernnetz am 23. Mai 2009:

Sebastian Ritschel inszeniert situativ differenziert, betont die Leidensfähigkeit der Franziska, charakterisiert die antagonistischen Figuren in ihren durchaus dramatischen Konstellationen – lässt dabei Raum für kollektive Reaktionen und individuelle Empfindungen.

• MDR Sachsen - MDR am 11. Mai 2009:

Erfolgreiche Uraufführung der Oper "Linkerhand"...

Mit teils stehenden Ovationen hat das Publikum in der ausverkauften Lausitzhalle Hoyerswerda am Sonntag die Uraufführung der Oper "Linkerhand" gefeiert. Frei nach dem Roman "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann rief das Ensembles des Theaters Görlitz zum Abschluss der 44. Musikfesttage damit jene Frau ins Gedächtnis der Einwohner zurück, die der Stadt mit ihrem Roman literarisch ein Denkmal gesetzt hat.

Die Inszenierung unter Leitung von Sebastian Ritschel und der Komposition von Moritz Eggert wurde von den Hoyerswerdaern mit lang andauerndem Applaus und teils stehenden Ovationen belohnt.

• Boris Michael Gruhl - MDR FIGARO am 11. Mai 2009:

Franziska Linkerhand" als gelungenes Musiktheater!

Die Inszenierung möchte ich wirklich als sehr gelungen bezeichnen. Die Kraft dieser Inszenierung liegt in ihrer Einfachheit und das geht alles sehr klar vonstatten. Der Regisseur führt die Menschen ohne Schnickschnack durch die ... Handlung. Die Bühne ist eigentlich leer, die Musik, die Handlung, die Emotionen sind es. Die erzeugen ja ausreichend Bildmaterial aus den Assoziationen. Lediglich umgestürzte Plattenbauten, wie so gefallene, wie zusammengebrochene Hoffnungen, liegen da und darüber müssen die Menschen sich bewegen.

• Michael Laages - Deutschlandradio am 11. Mai 2009:

Vor allem anderen aber markiert Sebastian Ritschels „Linkerhand“- Inszenierung immer wieder (und oft durchaus eindrucksvoll) den Kampf zwischen dem Einzelnen und der Masse. Die hat einfache Wünsche - samstags backen, sonntags grillen, montags wieder in die „Schwarze Pumpe“ gehen. Und wenn da mal einer (oder eine) abweicht von Maß und Norm und Ziel, kann das Kollektiv auch musikalisch ganz schön biestig werden.

• Boris Michael Gruhl - DNN am 12. Mai 2009:

In der ausverkauften Lausitzhalle Hoyerswerda brachte das Theater Görlitz jetzt die Oper „Linkerhand", frei nach dem Roman, von Moritz Eggert mit dem Text von Andrea Heuser zur Uraufführung. Zu erleben war ein kräftiges, so berührendes wie unterhaltendes Stück Musiktheater, das zunächst besticht durch die vielen musikalischen Formen, die der Komponist geschickt zusammenfügt...

Szenisch ist das alles sehr gelungen. Die Kraft der Inszenierung von Sebastian Ritschel liegt in der Einfachheit, in der Klarheit der Personenführung, in der Stimmigkeit der Bilder. Die Bühne von Karen Hilde Fries ist eigentlich leer, umgestürzte Plattenbauten, gefallene Hoffnungen, bilden einen tückischen Untergrund, auf dem am Ende doch wie pittoreskes Spielzeug kleine Wohnblocks, lieblich beleuchtet, aufgestellt werden...

Die Poesie der leisen Töne kommt nicht zu kurz. Historische Anbindung und Aktualität des Werkes sind eher von emotionaler Art, denn die Menschen werden stets würdevoll behandelt. Ihre großen Sehnsüchte, gemessen mit dem kleinen Maß ihrer Möglichkeiten, werden ins Licht, aber nicht bloßgestellt, musikalisch erhöht.

• Jens Daniel Schubert - Sächsische Zeitung am 12. Mai 2009:

Ergreifende Gefühle zwischen Plattenbauten...

Mit klaren Bildern, stilisierten, oftmals choreografierten Bewegungen und einem schlichten, einheitlichen Bühnenbild (Ausstattung Karen Hilde Fries) zielt sie auf innere Befindlichkeiten, verzichtet auf Aktionismus und Realitätsabbild. Das ist beruhigend unaufgeregt, selbst die graue Tristesse und die uniformiert überhöhte Darstellung von gesellschaftlichem Verhalten ist nie abwertend und brüskierend.

Vielleicht wirkte es auch entspannend, dass Autoren- wie Inszenierungsteam den Außenblick mitbringen, sich nicht an ihrer eigenen konkreten Geschichte abarbeiten, sondern nach den Bedeutungen über den konkreten historischen und lokalen Bezug suchen. Insofern hatte das interessante und vielschichtige Werk in seiner gelungenen Umsetzung in der Lausitzhalle in Hoyerswerda ein hervorragendes Uraufführungsumfeld, ist aber auch im Görlitzer Theater und andernorts am rechten Platz.

 

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