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Fantastische Schostakowitsch-Oper in Moskau aufgefunden

Es kommt immer wieder vor, dass in Archiven unbekannte Dokumente, ja ganze Autographe von begonnenen oder gar abgeschlossenen Werken auftauchen. In Moskau wurden nun Teile einer komischen Oper von Dmitri Schostakowitsch entdeckt, deren Existenz bislang völlig unbekannt gewesen ist. Entstanden sind die Skizzen zum Bühnenwerk „Orango“ im Jahr 1932. Das Sujet geht auf einen Stoff des russischen Science-Fiction-Autors Alexei Tolstoi zurück und handelt von einem fantastischen Wesen – halb Affe, halb Mensch –, das aus Versuchen in sowjetischen Laboren hervorgegangen ist.

Im ersten Akt der Oper wird Orango der Öffentlichkeit präsentiert und erweist sich als überzeugender Redner, der seine Ausführungen allerdings immer wieder durch Affenschreie unterbricht. Wenn Schostakowitsch das Werk vollendet hätte, wäre Orango laut Libretto am Ende der Oper zum Generalsekretär der kommnunistischen Partei avanciert. Dieser kühne Entwurf war vielleicht ein Grund dafür, dass Schostakowitsch die Arbeit an dieser Oper ruhen ließ und das Manuskript in Vergessenheit geriet.

Das Notenmaterial zu „Orango“ wurde bereits 2006 im Moskauer Schostakowitsch-Archiv von der Archivarin Olga Digonskaïa gefunden. Vor kurzem hat die gleiche Mitarbeiterin nun auch das vollständige Libretto ausfindig gemacht. Derzeit arbeitet der Musikwissenschaftler Gerard McBurney an der Rekonstruktion einer Aufführungspartitur.