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Der Poet unter den russischen Komponisten: Edison Denissow

Edison Denissow gilt unter den russischen Komponisten der Nach-Schostakowitsch-Ära wie Sofia Gubaidulina, Galina Ustwolskaja und Alfred Schnittke als der große Klangpoet, als Meister des differenzierten Kolorits und der feinsten Konturen.

Am 6. April 2009 wäre der 1929 im sibirischen Tomsk geborene Edison Denissow achtzig Jahre alt geworden. Edison Denissow zählt neben Sofia Gubaidulina und Alfred Schnittke zu den bedeutendsten Komponisten der russischen Moderne. Zunächst begann er ein Mathematikstudium, bevor er am Konservatorium in Tomsk bei Wissarion Schebalin und Nikolai Peiko Komposition studierte.

Von 1968 bis 1970 arbeitete Denissow im Experimentalstudio für elektronische Musik in Moskau. Er gab private Unterrichtsstunden in Komposition (seine bedeutendsten Schüler waren Jelena Firssowa und Dmitri Smirnow) und lehrte am Moskauer Konservatorium Instrumentation und Partiturspiel, da man ihm aufgrund seiner avantgardistischen Tendenzen keine Kompositionsklasse anvertrauen wollte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war Denissow eine Zeitlang Sekretär des russischen Komponistenverbandes und Mitbegründer des Moskauer Ensembles für Neue Musik.

Denissow wurde anfangs von Dmitri Schostakowitsch gefördert, sein eigenes Schaffen grenzte sich aber später immer mehr von dessen Einfluss ab, während er sich zunehmend westlichen Vorbildern der Gegenwartsmusik (vornehmlich aus dem französischen Raum) zuwandte. Denissows umfangreiches Werk ist geprägt von freier Dodekaphonie und mikrostrukturellen Verfahren, womit er einen großen Reichtum an atmosphärischen Klangfarben erzielt.