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Gisa Aurbek: Rolf Liebermann

Buchneuerscheinung Dezember 2001

Dass er ein "Hamburger Kopf" war, hat Rolf Liebermann nie verleugnet. Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie der Verlag Ellert & Richter haben dem gebrtigen Schweizer deshalb auch den fnften Band seiner Biographien-Reihe Hamburger Kpfe gewidmet.

Liebermanns Beziehungen zur Hansestadt waren prgend.

1949 wurde seine 1. Symphonie durch Hermann Scherchen in der Hamburger Musikhalle uraufgefhrt. Spter wurde er Leiter der Hauptabteilung Musik beim Norddeutschen Rundfunk.

Die erste ra Liebermanns als Intendant der Hamburgischen Staatsoper whrte von 1959 bis 1973. In dieser langen Zeit gelang es ihm, das Publikum fr zeitgenssisches Musiktheater zu sensibilisieren und regelmig Urauffhrungen an der Staatsoper zu realisieren. Weit vorausblickend schuf Liebermann mit den Rundfunk- und Fernsehanstalten einen Medienverbund, der fr die Verbreitung des Neuen ein ideales Instrument darstellte. Werke herausragender Komponisten des 20. Jahrhunderts wie die von Boris Blacher, Hans Werner Henze oder Maurizio Kagel wurden inszeniert und trugen dazu bei, Hemmschwellen vor der Musik der Avantgarde abzubauen. Mit groem Engagement versuchte Liebermann auch, das Publikum von morgen fr die Oper zu interessieren, indem er beraus gnstige Tarife fr Studenten und Jugendliche etablierte.

Mit seinen Erfahrungen und einem weltweiten Renommee als Opernintendant ging er dann an die Pariser Oper und kehrte noch einmal von 1985 bis 1988 auf den Intendantensessel der Hamburgischen Staatsoper zurck. Eine bedeutende Huldigung fr den groen Musikmanager, Intendanten und Komponisten war die Inszenierung seines letzten Musiktheater-Werkes Freispruch fr Medea im Jahr 1995. Die Hamburger Urauffhrung war gleichzeitig die letzte Inszenierung der Regisseurin Ruth Berghaus. Kurz vor seinem Tod hat Liebermann eine erweiterte Fassung dieser Oper erstellt und dem Werk den Titel Medea gegeben. In dieser Gestalt wurde die dreiaktige Oper am 1. Juni 2001 in Bern posthum uraufgefhrt.

ber Hamburg sagte Liebermann einmal: ... die Stadt ist mir ans Herz gewachsen. Hier fhle ich mich zu Hause. Die Autorin Gisa Aurbek legt eine hervorragend recherchierte Biographie des Weltbrgers Rolf Liebermann vor und versumt es nicht, ber ihr eigentliches Thema hinaus regional- und kulturpolitisch die Rahmenbedingungen darzustellen. Besonders eingngig beschftigt sie sich mit der Entwicklung der einzelnen Sparten an der Hamburgischen Staatsoper, auf die Liebermann mit groer Sorgfalt Einfluss nahm. Der reichbebilderte Band enthlt eine Vielzahl zum Teil auch weniger bekannter Fotos von Liebermann sowie von Institutionen, in denen er mageblich gewirkt hat.