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Rolf Liebermanns Oper „Medea“ in Paris

Nach «Troades» von Aribert Reimann bildete am 1. Juni 2001 an der Oper Bern wieder ein Mythos der griechischen Antike die Vorlage für eine moderne Oper um ein tragisches Frauenschicksal. Die Geschichte Medeas, die aus Rache zu ihrem Mann Jason, dem sie zum Goldenen Vlies verholfen hat, nicht nur die Nebenbuhlerin mittels eines Kleides vergiftet, sondern auch die gemeinsamen Söhne tötet, faszinierte nach Euripides mehr als zweihundert Dichter und Komponisten. Der Stoff wurde immer wieder motivischen Veränderungen unterworfen.

Auch der 1999 verstorbene Schweizer Komponist Rolf Liebermann und seine Librettistin Ursula Haas, deren gleichnamiger Roman die Vorlage der Oper bildet, veränderten die Tragödie von Euripides: «Medea wird ein feminines Monument», sagte Rolf Liebermann. Das Drama wird nicht entmythologisiert; im Gegenteil: kultische Riten werden einbezogen. «Medea» berührt sowohl die Wagnersche Dimension von «Tristan und Isolde» - Tag und Nacht als Ur-Rhythmus des Kosmos - als auch die Suche nach Selbsterkenntnis.

Rolf Liebermann weiß musikdramatische Effekte gezielt einzusetzen. Im Sinne der Psychologisierung der Charaktere versteht sich auch die Erweiterung der Oper, die 1995 an der Hamburgischen Staatsoper zur Uraufführung kam, auf drei Akte und die gleichzeitige Reduktion des Orchesters. Diese Fassung wurde auf Grundlage des von Liebermann kurz vor seinem Tod erstellten Particells posthum in Bern uraufgeführt.

Eine weitere Produktion des Werkes folgt am 12. Februar 2002 an der Opéra Bastille in Paris:

Médée – Opéra en trois actes (version définitive de 1998)

Premiere am 12. Februar 2002 an der Opéra Bastille Paris

Spectacle en langue allemande

Direction musicale: James Conlon; Mise en scène: Jorge Lavelli; Décors: Agostino Pace; Costumes: Graciela Galán; Orchestre et Choeurs de l’Opéra National de Paris; Medea: Jeanne-Michelle Charbonnet; Jason: Petri Lindroos; Kreon: Lawrence Zazzro; Chalkiope: Louise Callinan