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Kaija Saariaho: „L'amour de loin“ läuft am Stadttheater Bern mit großem Erfolg

Die erste Oper der finnischen Komponistin Kaija Saariaho, "L'amour de loin", ist ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und wurde am 15. August 2000 im Rahmen der Salzburger Festspiele uraufgeführt. Seit Dezember 2001 läuft das Werk auch am Stadttheater Bern mit großem Erfolg. 

Das französischsprachige Libretto verfasste der libanesische, heute in Paris lebende Schriftsteller Amin Maalouf. Die Opernhandlung basiert auf "La vida breve" des Troubadours Jaufré Rudel aus dem 12. Jahrhundert. Eine märchenhafte und tragische Liebe steht im Mittelpunkt: Allein vom Hörensagen berauscht, durch die immer wieder neuen Berichte eines Pilgers angeregt, verliebt sich der spätmittelalterliche Troubadour Jaufré Rudel in die ferne Gräfin von Tripolis, Clémence. Ohne sie jemals gesehen zu haben, besingt er ihre Schönheit und Tugend in zahlreichen Liedern. Durch die Vermittlung des Pilgers kommen diese Lieder der Gräfin zu Ohren, allerdings ohne die Zustimmung des Sängers, und sie verfällt nun ihrerseits ins Träumen. Beide haben jedoch Angst vor einer Begegnung, weil sich ihre Träume und Sehnsüchte in der Realität zerstören könnten. Rudel überwindet sich schließlich, weil er, wenn die Gräfin seine Lieder schon zu hören bekommen hat, sie wenigstens selbst vortragen will, und macht sich mit dem Pilger auf den weiten Weg nach Tripolis. Auf dem Weg wird er schwerkrank; als er am Ende schließlich in die Arme seiner Geliebten sinken kann, stirbt er. Clémence entsagt daraufhin der Welt und geht ins Kloster.

Kaija Saariaho zu dieser Geschichte: "Sie faszinierte mich sofort. Sie war das, was ich suchte, ein Märchen über Liebe und Tod, einfach und linear. Ich suchte nichts Dramatisches, nichts mit großen Eifersuchtsausbrüchen. Und schließlich fühlte ich: Ich bin der Troubadour, der Musiker, und ich bin die Frau, die in einer fremden Kultur lebt." 

Das musikalische Spektrum von Saariaho ist breit: modale Melodik, Parallelführungen, eingängige Vokalparts, verbunden mit elektronischen Elementen sowie Adaptionen originaler Melodien Rudels ergeben eine klanglich reiche kompositorische Mischung. Ein im Orchestervorspiel auftretender Akkord stellt das Material für die gesamte Partitur; die Töne B-Fis-cis-f-d1-e1-fis1-ais1-h1 treten in variierten Tonkombinationen im weiteren Verlauf immer wieder auf. Mit Messiaen und Debussy als kompositorische Inspirationen ließ Saariaho ein impressionistisches Klangbild mit litaneiähnlicher Monotonie entstehen. 

Saariahos Oper "L'amour de loin", die am 3. Dezember 2001 am Stadttheater Bern Premiere hatte, läuft noch bis zum 18. Februar 2002. Aktuelle Aufführungstermine sind der 23. Januar sowie der 9. und 18. Februar 2002.