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Zwei Henze-Ausgaben neu im Vertrieb

Das zentrale Ereignis eines NDR-Orchesterkonzertes am 29. Juni 2001 (anlsslich des 75. Geburtstages von Henze) war die Urauffhrung des Orchesterwerkes Scorribanda Sinfonica - sopra la tomba di una Maratona - von Hans Werner Henze, die im Auftrag des NDR entstanden war. Henze teilte dazu mit:

"Peter Ruzicka htte gern fr sein Konzert am 29. Juni ein aus der alten 'Maratona di Danza' entwickeltes Stck mit viel Jazz gehabt, aber es stellte sich dann doch fr uns beide die Unmglichkeit heraus, meine Bhnenmusik in etwas anderes umzumodeln als das, was sie schon war (Henze spricht hier von seiner 1955/56 fr den Regisseur Luchino Visconti angefertigten Bhnenmusik). Aber ich entschloss mich, die erbetene 'Maratona'-Musik trotzdem neu zu setzen, unter Verzicht auf den Jazz und mittels zustzlicher, neuer Stimmen im Orchester, und unter einer zahlenmigen Aufstockung des Instrumentariums. Whrend ich diese Zeilen schreibe, Ende September 2000, ist das Stck noch lngst nicht fertig. Es soll eine 'Scorribanda' werden, ein Raubzug in die hellen und dunklen Zellen der Erinnerung, Erinnerung an sich selbst, an die Zeit, in der das alte Stck geschrieben wurde, vor einem halben Jahrhundert."

Beim Verlag Chester Music London, der die jngsten Werke Henzes betreut und in Deutschland, sterreich und in der Schweiz von den Sikorski Verlagen vertreten wird, ist die Partitur der "Scorribanda Sinfonica" nun in einer reprsentativen Druckausgabe erschienen (CH 63228).

Zeitgleich wurde auch die Serenade fr 16 Instrumente mit dem Titel Lheure bleue als Druckausgabe verffentlicht (CH 63679). Henze kommentiert diese Komposition u.a. mit folgenden Worten:

"Die an den Rndern des Mittelmeers Lebenden nennen die blaue Stunde bei ihrem Namen 'Die blaue Stunde', weil sie tatschlich am west-stlichen Horizont pltzlich, wie unerwartet, mit einer Art sich langsam verdunkelnden Opalinblau beginnt, abends nach Sonnenuntergang und vor Mondaufgang, sommers wie winters. Sie ist aber auch in allen anderen Teilen der Welt vorhanden und zu bewundern. Allerdings setzt sie Wolkenlosigkeit voraus! Es ist dies die Zeit, wo der Tag sich ausklinkt und wo die Nacht, die drauen gewartet hat, gravittisch und sehr langsam herbei sich schickt und in aller Ruhe alle Welt verwandelt. Auch das menschliche Innenleben ist davon betroffen: Hoffnungen, Bangen, erste Liebe und Einsamkeit werden vom sanftesten und schnsten Abendlicht gestreift wie trstende Wrter oder Fragmente aus vergessenen Musikstcken."