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Jüdische Musik in Sowjetrussland

- Eine Buchneuerscheinung des Kuhn Verlages

In der renommierten Reihe studia slavica musicologica des Berliner Ernst Kuhn Verlages ist nach den jüngsten Neuerscheinungen – eine Arbeit über die Zahlenmystik Sofia Gubaidulinas und ein Band über die St. Petersburger Komponistin Galina Ustwolskaja – eine umfangreiche Sammlung von Texten zur jüdischen Musik Sowjetrusslands erschienen.

Der Verlag kommentiert:

„Nach dem Vorbild des national-russisch orientierten Mächtigen Häufleins formierte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem aus Schülerkreisen Rimsky-Korsakows ein Zirkel jüdischer Komponisten, der in der 1908 gegründeten „Gesellschaft für jüdische Volksmusik“ auch eine organisatorische Heimstätte fand. Prominente Vertreter waren Joseph Achron, Joel Engel, Lazare Saminsky u.a. Mit Werken von Gnessin, Weprik und den Brüdern Krein erreichte die neue jüdische Musik in den 1920er Jahren, jetzt bereits Sowjetrussland, einen noch weit höheren Bekanntheitsgrad. Der auch im Westen namhafte Kritiker Leonid Sabanejew schrieb 1924 über diese Komponisten eine berühmt gewordene Broschüre und betitelte sie 'Die Nationale Jüdische Schule in der Musik' (...)"

Über den Rahmen der historischen Materialien hinaus versuchen Originalbeiträge von Izaly Zemtsovsky, Jascha Nemtsov, Friedrich Geiger u.a., die in den dreißiger Jahren in Sowjetrussland untergegangene „Nationale Jüdische Schule“ aus heutigem Abstand zu charakterisieren und den von ihr ausgesandten Impulsen nachzuspüren.

Besonders lesenswert sind die drei Beiträge zu Michail Gnessin, in deren Rahmen Sabanejew auch vom Durchbruch des Komponisten berichtet. Obwohl von Pablo Casals interpretiert, fiel die Cellosonate bei ihrer Uraufführung durch, „aber gerade in diesem Misserfolg lag der eigentliche Erfolg, denn die Züge der Individualität des jungen Autors waren deutlich zutage getreten: eine ernste, dunkel getönte musikalische Inspiration, die ohne aufgesetzte Farben auskam, aber zweierlei besaß – Schroffheit und eine gewisse eigenartige „Ungenauigkeit in der Koordination der Teile“ (...).

Im Programm der Musikverlage Hans Sikorski befindet sich u.a. Gnessins Werk „Das jüdische Orchester auf dem Ball beim Bürgermeister“.

Bibliographische Angaben:

Jüdische Musik in Sowjetrussland

Die „Jüdische Nationale Schule“ der zwanziger Jahre

ssm 15

studia slavica musicologia

Texte und Abhandlungen zur Osteuropäischen Musik

ISBN 3-928864-65-3