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Ustwolskaja beim Lucerne Festival Ostern 2002

Die Sinfonie Nr. 4 Gebet und die Kompositionen Nr. 1 bis 3 von Galina Ustwolskaja stehen auf dem Programm eines Kammerorchesterkonzertes im Luzerner Saal am 23. Mrz 2002. Es spielt das Collegium Novum Zrich unter der Leitung von Kasper de Roo.

Schon die ungewhnlichen Besetzungen der drei Kompositionen, denen jeweils ein religises Motto vorangestellt ist, sind bemerkenswert. Zusammen genommen ergeben die Instrumentalbesetzungen der Kompositionen Nr. 1 bis 3 fast ein orchestrales Gebilde. Die Ensembles der Komposition Nr. 2 und 3 basieren auf annhernd kompletten Instrumentengruppen (vier Fagotte, vier Flten, acht Kontrabsse). Das Klavier bildet dazu einen Gegenpol, der eine Art Kraft- und Energiepotential des Ganzen darstellt.

Die hohe Expressivitt der Komposition Nr. 2 beispielsweise, ihre fast brutale, aus harten Repetitionen sich ergebende musikalische Abstraktion des Dies Irae, des Tags des Zorns aus der lateinischen Totenmesse, wird streng durchgehalten. Es gibt keine changierenden Klangereignisse, keine Melodik im herkmmlichen Sinne. Ustwolskajas Sprache ist archaisch und kompromisslos zugleich. Bohrend und eindringlich schlagen in hchster Anspannung Kontrabsse und Klavier Tne an, untersttzt von einer die Wirkung noch verstrkenden Holzkiste, die mit zwei Hmmern geschlagen wird.