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Prokofjews „Cinderella“ in Wiesbaden

„Kampf gegen das Bügelbrett“

In einer Choreographie von Stijn Celis hatte Sergej Prokofjews Ballett-Klassiker „Cinderella“ am Staatstheater Wiesbaden Premiere. Gerald Siegmund schrieb dazu am 22. März 2002 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

„(...) Zu Beginn sehen wir Cinderella von einem enormen Bügelbrett erdrückt mit einem riesigen Bügeleisen Wäsche bügeln. Die Größe der Objekte macht das Mädchen klein, ein Trick, dessen sich schon Kresnik 1988 für seine „Macbeth“-Choreographie bedient hat, um die Ohnmacht der Menschen augenfällig zu machen. Während ihr Vater resigniert in einem Sessel versunken vor sich hin stiert, rauschen Stiefmutter und Stiefschwester um so rasanter über die Szene. Grotesk überzeichnet mit gelben und rosafarbenen Strümpfen und aufgelösten Hochfrisuren, zeigen die schrillen Schranzen während der ganzen Aufführung virtuoses Antiballett. Mit wackligen Gelenken und gespreizten Fingern, geflexten Füßen und eingedrehten Beinen landen sie nach jedem Tanz garantiert unsanft auf dem Hintern. Daß das Verónica Villar und Adeline Pastor Spaß macht, ist ebenso wenig zu übersehen wie die fehlende Charakterisierung ihrer Figuren, die sie zu Cinderella in irgendeine erkennbar motivierte Beziehung brächte (...)“