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Viktor Suslin – 60. Geburtstag am 13. Juni 2002

Viktor Suslin wurde 1942 in Miass (Ural) geboren. Von 1950 bis 1961 besuchte er die Musikschule in Charkow in den Fächern Klavier (Wsewolod Topilin), Komposition und Musiktheorie. Von 1962 bis 1966 studierte er Komposition (bei Nikolai Pejko) und Klavier (bei Anatoli Wedernikow) am Moskauer Gnessin-Institut.

Zusammen mit den Komponisten Wjatscheslaw Artjomow und Sofia Gubaidulina gründete Suslin 1975 die Improvisationsgruppe Astreja. Seit 1979 kam es mehrfach zu Aufführungen seiner Werke im Westen. Mittlerweile ist er regelmäßig bei allen wichtigen internationalen Musikfestivals vertreten. 1981 emigrierte Suslin mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. Seitdem lebt er als Komponist, Verlagslektor und Dozent an der Lübecker Musikhochschule in der Nähe von Hamburg.

Suslin wurde zweimal mit dem Ersten Diplom des Sowjetischen Allunionswettberwerbes für junge Komponisten ausgezeichnet (1961 und 1969), im Jahr 1990 erhielt er den Kulturpreis des Kreises Pinneberg.

Viktor Suslin begann bereits vor seinem Studium mit der Komposition von zwölftönigen Klaviersonaten, wobei er sich Satzregeln mangels anderer Quellen im Roman „Doktor Faustus“ von Thomas Mann ableitete. Während des Studiums wurden die ursprünglichen Vorbilder (z.B. Prokofjew) allmählich durch den späten Strawinsky sowie durch Webern und Messiaen abgelöst. Schon vorher trat er mit anderen Moskauer Modernisten (Denissow, Gubaidulina, Herschkowitsch und Schnittke) in Verbindung und bemühte sich, die Zwölftontechnik individuell zu gestalten (spezifische Schichtentechnik mit Dur- und Moll-Dreiklängen).

Ein wichtiges Erlebnis war die Begegnung mit dem Werk Richard Wagners (Suslin hatte als Redakteur die russische Erstausgabe der Bühnenwerke Wagners zu betreuen). Nachdem er sich schon in den sechziger Jahren mit westlicher Avantgarde beschäftigt hatte, wuchs später sein Interesse an älteren Musikstilen (italienische und französische Renaissance). Anfang der siebziger Jahre fand er zu seiner eigenen Musiksprache.

Am 13. Juni 2002 feiert Viktor Suslin seinen 60. Geburtstag. In diesem Jahr findet sein Werk ein großes Forum im Rahmen des Asiago-Festivals in Italien, das vom 8. bis 13. August 2002 in der Nähe von Vicenza stattfinden wird. Es kommt zu Aufführungen seines „Madrigals“ für zwei Violoncelli durch Hyung-Sung und Julius Berger (11.8.), ausgewählter Kammermusik wie „Chanson contre raison“ für Violoncello und Klavier oder „Morgendämmerungsmusik“ für Kontrabass solo durch das Ehepaar Berger sowie Jose Gallardo und Alexander Suslin (11.8.). Am 9. August bringen Friedemann Herz und Suslins Sohn Alexander ein neues Werk für Orgel und Kontrabass zur Uraufführung. In seiner Heimat Russland kommt es zu zwei, dem Komponisten ausschließlich gewidmeten Kammerkonzerten in Moskau (20.11.) und Twer (24.11.). Außerdem wird die Cellistin Natalia Gutman, langjährige Freundin und Weggefährtin des Komponisten, Suslins Sonate per Violoncello e percussione am 13. Juli 2002 in Kreuth spielen.