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Polar-Musikpreis 2002 an Sofia Gubaidulina

Der bedeutende schwedische Polar-Musikpreis 2002, der alljhrlich fr herausragende musikalische Leistungen an mehrere Persnlichkeiten und Institutionen sowohl auf dem Gebiet der E- als auch der U-Musik verliehen wird, geht in diesem Jahr an Sofia Gubaidulina. Die zweite Preistrgerin des Jahres 2002 ist die Sdafrikanerin Miriam Makeba. Die Preisverleihung findet am 27. Mai 2002 in Berwaldhallen Stockholm durch Knig Carl XVI. Gustav von Schweden in Anwesenheit von Kronprinzessin Viktoria sowie zahlreichen Ehrengsten statt.

Im Rahmen des Festaktes kommt das Intermedium fr Orchester aus Gubaidulinas Johannes-Ostern sowie der 5. Satz (Der Garten) aus der Hommage Marina Zwetajewa fr gem. Chor a cappella zur Auffhrung. Die Ausfhrenden sind das Sinfonieorchester des Schwedischen Rundfunks unter der Leitung von Niklas Willn und der Schwedische Rundfunkchor unter Stefan Parkman.

Anlsslich dieses Ereignisses und des 70. Geburtstages Gubaidulinas im Oktober letzten Jahres verffentlichte Clemens Prokop in der Sddeutschen Zeitung (22.03.2002) ein Portrt der Komponistin, das mit den folgenden Worten beginnt:

Im Staccato des Lebens, so hat Sofia Gubaidulina ihren kompositorischen Antrieb einmal umrissen, wolle sie die Einheit wiederfinden. Ihr Satz sprang in die Welt und verfolgt sie seither. Mit ihm, so scheint es, ist alles erklrt, wird gezhmt und gebndigt, was in seiner Neuheit noch verstren knnte. Dieser Satz ist Wegweiser geworden durch ein Werkverzeichnis, das sich in mehr als 40 arbeitsintensiven Komponistenjahren aufgehuft hat bis hin zur monumentalen Passion und Auferstehung Jesu Christi nach Johannes, ihrem dreistndigen Hauptwerk, das Valery Gergiev soeben in Hamburg uraufgefhrt hat.

Der Satz vom Staccato des Lebens ist offenbar auch zur Chiffre fr die Komponistin geworden. Ihr Aufstieg zur wie das PR-Menschen gerne und ohne dabei frchterlich zu bertreiben nennen fhrenden Komponistin unserer Zeit, ihre Karriere als freischaffende Knstlerin, die mit Auftragswerken bis ins Jahr 2007 ausgebucht ist und sich auch vor Ehrungen kaum retten kann so wird ihr Ende Mai die Stockholmer Musikakademie den Polar-Musikpreis verleihen , dieser kometenhafte Lauf begann mit einer Urauffhrung vor zwei Jahrzehnten. Bei den Wiener Festwochen spielte Gidon Kremer ihr Geigenkonzert Offertorium, und mit unermdlicher Hartnckigkeit behielt er es darauf im Programm. Er hat es bei jeder sich bietenden Gelegenheit landauf, landab prsentiert und sich mit dem ganzen Gewicht seiner Interpretenpersnlichkeit fr die russische Komponistin eingesetzt. (...)