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Die Möwe tanzt - John Neumeiers neues Ballett

nach Anton Tschechow in Hamburg uraufgeführt

Wieder ist es Musik von Dmitri Schostakowitsch, die John Neumeier zur musikalischen Untermalung eines seiner erzählenden Ballettstoffe auserkor. In seinem erfolgreichen Ballett „Nijinsky“ aus dem vergangenen Jahr verwendete er Auszüge aus Schostakowitschs 11. Sinfonie. Nun setzte er sich mit einem der berühmtesten und dennoch problematischsten dramatischen Stoffe der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts auseinander: Anton Tschechows Schauspiel „Die Möwe“.

Von Schostakowitsch erklangen Ausschnitte aus folgenden Werken: Konzert Nr. 2 für Klavier und Orchester op. 102, Sinfonie Nr. 15 op. 141, „Moskau, Tscherjomuschki“ op. 105, Ballettsuite Nr. 1 für Orchester (Bearb.: Lew Atowmjan), Kammersinfonie op. 110a (Bearb.: Rudolf Barschai) sowie Klaviertrio Nr. 2 op. 67.

Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 17.06.2002:

„(...) Wie in seinen Werken ‚Kameliendame’ und ‚Nijinsky’ lässt Neumeier das Geschehen als Rückerinnerung Revue passieren. Und selbst wenn er im Vorfeld der Premiere behauptet hatte, es ginge ihm nicht darum, Tschechows Drama nachzuerzählen, sondern Stimmungen und Befindlichkeiten zu verdeutlichen, tut er es dennoch psychologisch tief-, mitunter auch vordergründig. Er lässt sogar da den Tanz sprechen – in einer reichlich langen Revue-Szene -, wo Tschechow schweigt. Den insgesamt überragenden Tänzern kann das nur recht sein. Kein Protest trübte am Ende ein Ballett, dessen Stimmungslinien oft mehr zu fühlen als zu sehen sind. So gab es großen einhelligen Jubel für alle, auch für den Dirigenten Lehtinen.“

Am 18.06.2002 folgte in der gleichen Zeitung die Kritik von Monika Fabry, wo es u.a. heißt:

"(...) Immer wieder knüpft Neumeier sicht- oder fühlbare Verbindungslinien, welche die innere Verkettung der Handelnden nicht abreißen lassen. Nichts steht für sich, alles wird begründet. Sogar die divertissementähnliche Revueszene in ihren scharfen stilistischen Abgrenzungen. Wie Neumeier das zaristische Ballett respektvoll karikiert, ist ebenso bewunderungswürdig wie die die enorme technische und ausdrucksmäßige Souveränität aller Tänzer (...)"