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Mit der Bratsche zu den Toten - Werke Gubaidulinas und Kantschelis

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Fono Forum (07/02) bespricht Marcus Stbler die Neueinspielung des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina und des Werkes Styx von Gija Kantscheli, die bei der DG/Universal unter der Bestellnummer CD 471 494 herausgekommen ist. Die CD erhielt die Hchstwertung bei Fono Forum. Stbler schreibt in seinem Artikel "Mit der Bratsche zu den Toten":

Beide gehren zu einer Generation von sowjetrussischen Komponisten, deren frhe knstlerische Entwicklung sich im restriktiven Klima des staatlich verordneten sozialistischen Realismus vollziehen musste. Und beide haben zu einer sehr eigenstndigen, subjektiv-emotionalen Musiksprache gefunden, deren explizit religiser Ausdruckswille nicht selten den Argwohn von gestrengen Sittenwchtern der westeuropischen Avantgarde auf den Plan ruft. So liegt es nahe, zwei Werke von Sofia Gubaidulina und Gija Kantscheli auf einer CD zu vereinen zumal ihre Gestaltung durch die instrumentalen Fhigkeiten desselben Widmungstrgers, Yuri Bashmet, inspiriert sind.

Mit seinem ausdrucksvollen und nuancenreichen Ton beseelt der russische Bratschist die weit gespannten Melodielinien in Kantschelis 1999 entstandener Komposition, die ihren Titel bildhaft-assoziativ umsetzt: Styx, der Fluss, der die Welt der Lebenden und der Toten trennt, wird hier zu einem meditativen musikalischen Strom, aus dem ab und an Unisono-Ausbrche des Orchesters, gespenstische Tanzgesten und folkloristische Einsprengsel aufscheinen. Im nur drei Jahre lteren Violakonzert von Sofia Gubaidulina setzt die Bewegung nur zgerlich und erst im Anschluss an ein solistisches Vorspiel ein, um dann doch wieder fr eine aleatorische Solo-Passage innezuhalten oder durch bizarre Blsereinwrfe ins Stocken zu geraten.

Das auch hier berckende Spiel Bashmets und das explosive Temperament von Valery Gergiev lassen die Produktion zur Referenzaufnahme zweier zentraler Werke des spten 20. Jahrhunderts werden.