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Vieldeutige Unendlichkeit – Michael Gassmann zum 70. Geburtstag

von Per Nörgaard

Anlässlich des 70. Geburtstags von Dänemarks bedeutendstem Gegenwartskomponisten, Per Nörgaard, erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (13.07.2002) folgender Beitrag von Michael Gassmann:

„Seiner Popularität als Kompositionslehrer bei seinen Schülern entsprach die vehemente Ablehnung seitens des Kopenhagener Lehrkörpers. Da dieser für Kurse mit Ligeti und Lutoslawski kein Geld aufbringen wollte, finanzierten Nörgaard und seine Schüler diesen Austausch selbst. So kam es, dass der Komponist 1965 Kopenhagen unter Protest verließ und an die Musikhochschule Arhus wechselte – unter Mitnahme seiner Studenten. Dort gründeten sie eine ‚Young Composers Society’ und machten die Stadt zum musikalischen Kraftzentrum Dänemarks.

Der Einzelgänger Nörgaard saß zwischen den Stühlen, auf denen links eine orthodoxe Avantgarde und rechts die dänischen Nielsenianer Platz genommen hatten. In diesem Zwischenraum entwickelte er kontinuierlich seinen eigenen Stil, der vor allem von einer spezifischen Anverwandlung serieller Techniken lebt. Reihenverfahren und der Gedanke organischer Entwicklung erscheinen gekoppelt: Die ‚Unendlichkeitsreihe’, die durch planvolle Transformation aus einer Anfangskonstellation von Tönen hervorwächst, lebt von Interferenzen, die in ihrem Verlauf entstehen: man kann sie einstimmig oder zweistimmig hören, sie kann die Anfangskonstellation der Töne enthalten, deren Umkehrung oder Transposition. Sie wirkt wie ein Naturphänomen – wenn man will, kann man dies als ihren eigentlich nordischen Charakter bezeichnen – Nörgaard würde es gerne hören.“