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Kritiken zur Heidelberger Produktion von Marc Neikrugs „Through Roses“

Am 1. November 2002 hatte das Musikdrama für einen Schauspieler und acht Soloinstrumente „Through Roses“ von Marc Neikrug am Theater Heidelberg Premiere. In der Hauptpartie war Wolfgang Haubner zu erleben, die musikalische Leitung hatte Thomas Kalb. In der Allgemeinen Zeitung Mainz war zu diesem Ereignis (12.11.2002) u.a. folgendes zu lesen:

„Seine Gegenwart ist seine Vergangenheit und die Realität ein unaufhörliches Kreisen der Gedanken um vereinzelte Momenteindrücke aus der Erinnerung. In Auschwitz war er das ‚stinkende Schwein mit der Geige’, das Beethoven spielen musste, während die Schlote des Krematoriums qualmten. Und Walzer in immer schnellerem Tempo, bis die zum Tanzen gezwungenen KZ-Häftlinge vor Erschöpfung zusammenbrachen. Vor seiner Deportation hatte er Beethoven in der Carnegie Hall gespielt. Und Walzer in Schönbrunn. Musik als Lebensinhalt, als Rettung vor der Gaskammer. Musik aber auch als endlose psychische Belastung, als peinigende Erinnerungen.

Mit der Form des Melodrams, der monologisierenden Gedankenkollage, hat der amerikanische Komponist Marc Neikrug in seinem Musiktheater 'Through Roses' (1979) einen künstlerischen Ausdruck für den Holocaust gefunden, der an Schönbergs ‚Ein Überlebender aus Warschau’ erinnert, doch in Konzeption (Neikrug beschränkt die Partitur auf einen Sprecher und nur acht Instrumentalisten) und Tonsprache intimer angelegt ist als Schönbergs Kantate. (...) Das Kammerorchester (Leitung/Klavier: Thomas Kalb) formt schmerzverzerrte Holzbläser-Schreie, gehetzte Läufe und todesängstig flirrende Tremoli in Violine und Viola mit musikalischer Schärfe heraus; andernorts entfaltete es den poetischen Gehalt mancher Passagen wie einen fernen Traum. Bewegendes Musiktheater – auch dank Wolfgang Haubner, der intensiv deklamiert.“