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Das Orgel-Drama „Messis“ von Rued Langgaard als Druckausgabe erschienen

Der Dirigent Ole Schmidt äußerte einmal: “Für mich gehörte schon ein bisschen Mut dazu, zum ersten Mal eine Partitur von Rued Langgaard aufzuschlagen. Das hing einerseits mit der Tatsache zusammen, dass Carl Nielsen ‘in’, Rued Langgaard aber ‘out’ war, als ich an die Kopenhagener Musikhochschule kam. Mittlerweile habe ich auch die Gründe für die damalige Abneigung erkannt: Eine Clique von drei Professoren, allesamt an der Universität Kopenhagen ausgebildet, betrachteten es als ihre heilige Aufgabe, alle Aufmerksamkeit auf Nielsens Werke zu lenken. Eine ihrer Methoden war, die übrigen zeitgenössischen Komponisten Dänemarks systematisch auszublenden. Rued Langgaard war in ihren Augen wohl einer der stärksten Konkurrenten Nielsens. Die Gegenwart hat gezeigt, dass die drei Herren allen Grund hatten, Langgaard zu fürchten.“

Mittlerweile haben sich die faszinierenden Kompositionen des dänischen Organisten und Komponisten nicht nur in seiner Heimat durchgesetzt. Viel Entwicklungsarbeit hat hier das Dänische Musikinformationszentrum geleistet, das eine eigene, in diesem Umfang wirklich einzigartige Website für den Komponisten eingerichtet hat. Das dänische Verlagshaus Edition Wilhelm Hansen indessen bietet eine Reihe von empfehlenswerten Druckausgaben an, die fortlaufend ergänzt werden. Druckfrisch ist eines der zentralen Orgelwerke im Schaffen des Domorganisten.

Rued Langgaard komponierte sein Orgel-Drama in drei Abenden mit dem Titel „Messis“ in den Jahren 1935 bis 1937. Messis, das lateinische Wort für Ernte, wird von ihm jedoch in einem ganz anderen Zusammenhang verwendet. Mit Bezug auf das Neue Testament deutet er die Ernte als Symbol für den Weltuntergang und schlägt dabei unmittelbar einen Bogen zu seiner Oper „Antichrist“, die in vielschichtiger Weise die Apokalypse thematisiert. Langgaard führte die ersten beiden „Abende“ am 22. April und am 15. Oktober 1936 in von ihm selbst arrangierten Konzerten auf. Die Kritiken waren verheerend, so dass Langgaard von einer Aufführung des dritten Teils in seiner Kirche absehen musste. Erst 1947 gelang es ihm, den abschließenden Teil an der Orgel dieser Kirche für eine Radiosendung aufzunehmen.

In einer dreibändigen, exzellent edierten Ausgabe liegt das Werk nun geschlossen vor und kann jederzeit beim Sikorski Musikverlag bestellt werden:

Messis, Erster Abend WH 30493

Messis, Zweiter Abend WH 30494

Messis, Dritter Abend WH 30495