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"Eine schillernde Gestalt": Rodion Shchedrin wird 70

Am 16. Dezember 2002 feiert der russische Komponist Rodion Shchedrin seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass verffentlichte Volker Tarnow im Feuilleton der Welt (16.12.02) einen Glckwunsch-Artikel, den wir im folgenden kurz zitieren wollen:

Seit Iwan Turgenjew ist kein Russe so charmant gewesen wie er, seit Daniil Charms keiner so witzig. Und keiner verehrt Bach und Schostakowitsch tiefer. Doch ist es vor allem eine erstaunliche geistige Unabhngigkeit, die Rodion Shchedrin und sein Werk auszeichnen. Der einstige Klavierschler des Moskauer Konservatoriums, der zu seinem 70. Geburtstag selbst Gegenstand einer Hagiographie (Cholopova: Der Weg zum Zentrum) wurde, war nie Sklave eines Stils oder Systems. Wohl aber sein Reprsentant. (...) Was immer Shchedrin tat, war wohlgetan, knstlerisch vollkommen. (...) Die Menschen der Sowjetunion haben in der Regel nicht mehr Kompromisse geschlossen, als sie jeder westliche Brger tagtglich schliet, stellt der seit zehn Jahren in Mnchen lebende Komponist fest. (...) Verwundert nimmt an zur Kenntnis, dass Shchedrins Grovater orthodoxer Priester gewesen ist, dass er selbst heimlich getauft wurde und spter in der Moskauer Chorschule geistliche Lieder und weltliche Texte sang; dass er nie der KPdSU beitrat und doch als Abgeordneter des Obersten Sowjets Russlands und Vorsitzender des Russischen Komponistenverbandes bedeutenden Einfluss ausbte. Eine schillernde Gestalt. Sehen Sie, das Leben ist nicht Schwarz und Wei. Der psychische Druck, den eine Diktatur erzeugt, bringt allerhand Zwischentne hervor. Ich habe mich gewehrt, bin nie ausgewichen. Manchmal musste ich aber Zugestndnisse machen. Schlielich will ein Komponist aufgefhrt werden.' (...)