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Ein unbekanntes Genie: Der Symphoniker Alexander Lokschin

Alexander Lasarewitsch Lokschin wurde am 19. September 1920 in Bijsk einer am Nordrand des zentralasiatischen Altai-Gebirges gelegenen Stadt geboren. Nach erfolgreicher pianistischer Ausbildung in seiner Heimat ging er zur Fortbildung seiner Studien an das Tschaikowsky-Konservatorium nach Moskau, das er bereits 1941 als Schler von Nikolai Mjaskowski und Heinrich Litinski im Fach Komposition absolvierte. Nach Beendigung des Kriegsdienstes verpflichtete man den erst 24jhrigen Musiker als Lehrer fr Instrumentation ans Moskauer Konservatorium. Von 1949 bis zu seinem Tod im Jahre 1987 war Lokschin als freischaffender Komponist ttig. Neben zahlreichen Liedern und Chren, Film- und Bhnenmusiken sind folgende Werke entstanden: 11 Sinfonien, Klavierkonzert, Ungarische Fantasie fr Violine und Orchester, Dramatische Ouvertre fr Orchester, Drei Szenen aus Faust fr Sopran und Orchester und mehrere kammermusikalische Werke (u.a. Klarinettenquintett, Streichquintett, Violinsonate, Klaviervariationen).

In seiner beispielhaft edierten Reihe studia slavica musicologica hat der Berliner Verlag Ernst Kuhn nun die erste deutschsprachige Verffentlichung ber Lokschin realisiert. Im Zentrum der Darstellung steht jedoch der Symphoniker, dem sich die Hamburger Musikwissenschaftlerin Marina Lobanova, Irena Lawrentjewa, Jewgenija Tschigarjowa und Tajan Gellis aus verschiedenen Blickwinkeln nhern. Unter dem Titel Eine individuelle musikalische Welt, in der alles natrlich ist hat Alfred Schnittke 1974 einen Aufsatz ber Lokschin geschrieben, der in diesem Band ebenso zum Abdruck gelangt ist wie Texte von Boris Tistschenko und bekannter Interpreten (u.a. Rudolf Barschai, Mark Lubotsky und Wladimir Ponkin). Einen hohen dokumentarischen Wert hat ferner die Auswahldokumentation einiger ideologisch motivierter Angriffe gegen Alexander Lokschin als da sind: Lokschin hat sich die gewichtigen Hinweise des ZK noch nicht zu eigen gemacht (1949) von Pawel Apostolow, Lokschins knstlerische Abbilder entsprechen nicht unserer Wahrheit (1949) von Tichon Chrennikow oder Lokschins Grukantate verfehlte die hohen sthetischen Ziele dieses erhabenen Themas (1950) von Marian Kowal.

Angaben zum Buch:

Marina Lobanova / Ernst Kuhn (Hrsg.):

Ein unbekanntes Genie: Der Symphoniker Alexander Lokschin

studia slavica musicologica ssm 26. Verlag Ernst Kuhn, 2002

ISBN 3-928864-85-8