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In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Musik und Kirche (November/Dezember 2002) schreibt der Organist Friedemann Herz ber die zweite Orgelsonate Poco a poco des russischen, heute in Appen bei Hamburg lebenden Komponisten Viktor Suslin aus dem Jahr 1978. Hier ein Ausschnitt des lesenwerten Artikels:

Im ersten Abschnitt erforscht und sortiert der Komponist das musikalische Material, dessen Ausgangspunkt und Urzelle das Intervall der Quinte ist (...). Erweiterungen des Tonraums bis hin zur Septime, die anhand von dodekaphonischen Ordnungsprinzipien vorgenommen und vom improvisierenden Registranten reflektiert werden, fhren zu einem breit angelegten Mittelteil hin. In ihm stehen sich auf allen Manualen drei sind obligat vorgeschrieben komplexe bitonale Strukturen gegenber. Der Kontrapunkt im Pedal lotet insistierend und in einem breit angelegten Crescendo (die fr die Orgel typische Terrassendynamik wird durch flieende bergnge bewusst und konsequent vermieden) wiederum den Tonraum innerhalb einer Quinte aus. Anklnge an die mittelalterliche georgische Chormusik sind unberhrbar. Die Rckfhrung dieser Elemente im dritten Abschnitt ber eine scheinbare Reprise, die im Pedal angedeutet wird, zur Urzelle am Anfang des Stckes geschieht innerhalb eines strengen Formplans, der raffinierte Gegenberstellungen und Spiegelungen bezglich der einzelnen Anschnitte der Partitur aufkommen lsst und schlielich einen symmetrischen Bogen spannt ber diese Quinte vom Beginn und ber jene, die das Stck ausklingen lsst (...).

Auf meiner stetigen Suche nach neuer Orgelmusik sah ich zufllig im Jahre 1980 eine Kopie der handschriftlichen Partitur. An die nheren Umstnde kann ich mich nicht erinnern. Viktor Suslins Verlag in Hamburg spielte sicherlich eine wichtige Rolle dabei. Mich faszinierte diese Musik. Gleichzeitig musste ich den immensen Aufwand zur Kenntnis nehmen (...)